LUXEMBURG
LJ

Das Stadtviertel Limpertsberg im Porträt

Die „Schueberfouer“ und das Limpertsberger Glacisfeld sind eng mit einander verbunden. Und für manche beginnt und endet Limpertsberg mit der „Fouer“. Doch Limpertsberg hat weit mehr zu bieten: Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt uns, dass der Limpertsberg seine Entwicklung der Schleifung der Festung Luxemburg ab dem Jahr 1867 verdankt. Das überwiegend landwirtschaftlich, insbesondere von Rosenzüchtern genutzte Plateau verwandelte sich im frühen 20. Jahrhundert in ein Stadtviertel. Die erste Grundschule wurde 1906 eröffnet, die Kirche 1912 geweiht. 1908 wurde das „Lycée des Arts et Métiers“ (heute „Lycée de Garçons“) zur ersten öffentlichen Mittelschule des Limpertsberg. Andere weiterführende Schulen sollten folgen und Limpertsberg zu einem Schulviertel machen.

Das Viertel Limpertsberg ist 157,07 Hektar groß und liegt im Zentrum der Hauptstadt. Im Norden grenzt Limpertsberg an Mühlenbach und Eich, im Süden an die Oberstadt und im Südwesten und Westen an Rollingergrund und Belair-Nord. Durch die „rout Bréck“ („Pont Grande-Duchesse Charlotte“) ist das Viertel darüber hinaus mit dem Kirchberg verbunden.

Als Stärken des Viertels Limpertsberg werden von der Stadt Luxemburg unter anderem angeführt: die Wohnviertel, die Nähe zu den Erholungsgebieten (Park Tony Neumann, „Kinnekswiss“) sowie die Präsenz von kleinen Grünzonen im Viertel und die unmittelbare Nähe des Stadtzentrums.

Am 31. Dezember 2018 lebten 10.852 Personen - 25,74 Prozent Luxemburger und 74, 21 Prozent Nichtluxemburger - im Stadtviertel Limpertsberg. Somit wohnten Ende vergangenen Jahres 8,97 Prozent der Stadtbevölkerung auf Limpertsberg.

Die Grundschule Limpertsberg zählt drei Gebäude, eins auf Nummer 1 der Rue Batty Weber, ein zweites auf Nummer 49A, rue Ermesinde und ein drittes auf Nummer 59, avenue Virctor Hugo. Darüber hinaus sind zwei „Foyers Scolaires“ im Stadtviertel Limpertsberg (49A, reu Ermesinde und 46, rue henri VII) angesiedelt.

In Sachen Kultur, Sport und Freizeit kann das Stadtviertel Limpertsberg unter anderem sechs Spielplätze, zwei Pétanque-Plätze, zwei Tennisplätze, einen Gemeinschaftsgarten, das „Grand théâtre“ am Rond-Point Schuman, die Victor Hugo-Halle , den „Tramsschapp“, das Kino Utopia und die „Zaltimbanq‘ Zirkusschoul“ vorweisen.

Was den öffentlichen Personennahverkehr betrifft, so wird das Viertel Limpertsberg , das über 41 Bushaltestellen verfügt, von den AVL („Autobus de la ville de Luxemburg“)-Linien: 2/4, 3/30, 19, CN1, CN2 sowie dem „City Shopping Bus“ angefahren. Ferner verfügt das Viertel über fünf Vél’oh!-Stationen, acht Parkplätze, 41 Stellplätze für Personen mit eingeschränkter Mobilität am Straßenrand und 20 in Parkhäusern sowie zwei Tram-Haltestellen - „Theater“ und „Faïencerie“.

Lëtzebuerger Journal

Wieder eine Tram

Zwei Tram-Haltestellen auf Limpertsberg

Seit dem 26.Juli vergangenen Jahres hat Limpertsberg wieder eine Tram: Auf ihrem Weg zum „Stäreplaz“ bedient die Tram zwei Haltestellen in der Allée Scheffer auf Limpertsberg: die Haltestelle „Theater“ und die Haltestelle „Faïencerie“.
Die Tram passe sich „wunderbar ins Stadtbild ein“, schwärmte Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer bei der Einweihung. Aus dieser Überlegung heraus ist für die Bürgermeisterin „so wichtig“, dass die Tram im Stadtzentrum (ab der „rout Bréck“ bis zum Bahnhof) ohne Oberleitung verkehrt. Bei einer „Hitze um 40 Grad Celsius“, wie der Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, François Bausch, damals unterstrich, war die Tram im Stadtzentrum angekommen. Und die Tram war nicht nur auf Limpertsberg angekommen, sie war auch bei der Bevölkerung angekommen, wie die „Fouer 2018“ beweisen sollte: Die Tram war „der Star“ des Rummels.
Inzwischen ist die Tram nicht mehr von Limpertsberg und vom Glacis wegzudenken.

Lëtzebuerger Journal

Ein städtebauliches Experiment

Wohnen ohne Auto auf dem Limpertsberg

Es war wohl keine „utopische Spinnerei“ (Zitat Bausch) als der damalige erste Schöffe François Bausch 2010 die Idee für das Projekt „Wohnen ohne Auto“ auf die Tagesordnung der Stadt Luxemburg setzte. Es hat aus den verschiedensten Gründen mit der Umsetzung gedauert, doch langsam wird die Sache real. Vor zwei Jahren erfolgte der erste Spatenstich „Le Verger Ermesinde - Vivre sans Voiture“ auf dem Limpertsberg.

Ein kleines ökologisches Quartier
Mitten im gewachsenen Stadtviertel Luxemburg-Limpertsberg entsteht nun ein eigenes kleines Viertel, das zwischen der Avenue Pasteur und der rue Ermesinde liegt, in direkter Nachbarschaft zum historischen Haus „Bourg-Gemmen“ - dort wird nach einer entsprechenden Renovierung eine Kinderkrippe einziehen. Der Kampf um den Erhalt des historischen Gebäudes hatte auch zu den Verzögerungen beigetragen, weil eine Umplanung nötig wurde, nachdem man den ursprünglich geplanten Abriss verworfen hatte. In „Ermesindes Obstgarten“ werden in sechs Mehrfamilienhäusern mit 42 Appartements entstehen, deren Größe von 27 bis zu 204 Quadratmetern reicht. Hinzu kommen neun Einfamilienhäuser von jeweils rund 200 Quadratmetern. Das Bauprogramm wird durch vier Ladenlokale abgerundet. Der Baugrund wurde von der Stadt Luxemburg im Rahmen eines Erbpachtvertrags für 75 Jahre zur Verfügung gestellt. Die ersten Bewohner sollen 2020 einziehen können.
Was es nicht gibt, sind Garagen oder Stellplätze für Autos. Unter dieser Adresse sollen auch keine Vignetten für das Anwohnerparken ausgestellt werden.
Zu den Kriterien für den Standort gehörten eine gesicherte Nahversorgung, fußläufige Erreichbarkeit, und eine gute Anbindung an den Öffentlichen Transport, samt Trambahn. Wer ein Auto braucht kann auf die Car-Sharing-Station in der Nähe zugreifen. pw

Lëtzebuerger Journal

Schutz muss sein

Nicht nur der Wasserturm ist ein Baudenkmal

Auch wenn auf dem Limpertsberg regelmäßig um Denkmalschutz gestritten wird, ein paar historische „Landmarken“ sind auf jeden Fall gesichert. So wurden die Votivgrotte „Péiter Onrou“ und der alte Wasserturm (1) bereits in die Zusatzliste der Baudenkmäler aufgenommen.
Schon vor zwei Jahren haben die sehr rührigen „Lampertsbierger Geschichtsfrënn“, die auch hauptverantwortlich für die Rettung des Hauses „Bourg-Gemmen“ waren, eine Liste mit weiteren denkmalwürdigen Gebäuden vorgelegt:

- die Villa Kutter
- das Gebäude des Lyzeum Robert Schuman
- die Glacis-Kapelle
- das Jesuitenkloster „Limpertsberg-Bellevue“, Teil des „Arts et Métiers“-Lyzeums
- das Haus des „Kannerland“
- der alte Dominikanerinnen-Konvent, heute Studentenwohnheim
- das Gebäude des „Lycée des Garçons“
- die Grundschule „Henri VII“
- die St. Josephs Kirche mitsamt Pfarrhaus
- das Schloss „Bellevue“ der Familie de la Fontaine
- das alte Priesterseminar, heute Universitätsbibliothek
- das Pensionat St. Joseph.