LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Zahlreiche High-Ender kaufen heute Multiroom-Systeme

Ein gutes Dutzend Stufen steigt man hinab in das High End-Reich, in dem Marc Welter in einem Ledersessel Platz genommen hat. Um ihn herum stehen Hi-Fi-Komponenten unterschiedlicher Hersteller, Lautsprecherpaare für 450 Euro, andere für 25.000 Euro... das Paar. Welter verkauft seit seinem 18. Lebensjahr Hi-Fi-Geräte, seit 1989 im hauptstädtischen Geschäft

„Audiophile“ am Place de Paris, das auf hochwertige Hi-Fi-Systeme spezialisiert ist. Welters Vater war professioneller Musiker, im Alter von drei Jahren saß er selbst zum ersten Mal am Klavier. Bis zu seinem 15. Lebensjahr hörte er wenig Musik über eine Hi-Fi-Anlage, zu Hause habe man viel Livemusik gehört, erinnert sich der heute 48-Jährige, der vor ein paar Jahren wieder angefangen hat, selber Musik zu machen. Welters Begeisterung für High-End-Hi-Fi-Komponenten ist plausibel: Er hat irgendwann entdeckt, dass Musik besser über eine gute Anlage klingt. Welter verweist auch gerne auf einen Spruch, der auf der Audiophile-Facebook-Seite nachzulesen ist: „Bad Sound kills good music“.

Einzelne Komponenten

Zehn Prozent der Audiophile-Kunden entscheiden sich heute noch für einen Plattenspieler oder CD-Player als Musikquelle, die Mehrheit wählt Streamer. Gute High End-Networkplayer sind schon für um die 550 Euro erhältlich.

Die Hälfte der Audiophil-Kunden kauft sogenannte Multiroom-Systeme: Musik in allen Räumen einer Wohnung oder eines Hauses. Zukünftige Hausbesitzer planen oftmals die Installierung eines solchen Systems bereits vor Baubeginn mit ein, der Rohbau werde dann schon für das Musiksystem vorbereitet, erklärt Welter, der sich gerne vor Ort ein Bild von den Räumlichkeiten macht, um seine Kunden beraten zu können, welche Anlagen für die Immobilie infrage kommen.

Im Untergeschoss des Geschäftes können die Kunden Probe hören: Multiroomsysteme oder aber noch die klassischen Hi-Fi-Anlagen, die aus Verstärker, CD-Player, Plattenspieler und Boxen bestehen, deren Verkaufszahlen in den letzten Jahren jedoch gefallen sind.

Zu Welters Kunden gehören Musikfreaks ebenso wie Hörer, die sich eine erstklassige High End-Anlage anschaffen, um lediglich ein bisschen Musik in der eigenen Wohnung zu hören. Für alle Kundengruppen spiele das Design der Geräte aber eine immer wichtigere Rolle, betont HighEnd-Fachmann Welter. Die Kunden kaufen nicht immer komplette Systeme: Manch einer habe noch ordentliche Boxen, würde sich aber gerne einen neuen Verstärker kaufen, meint der High Ender. 6.000 bis 7.000 Euro investieren seine Kunden im Durchschnitt für ein System, es gebe aber auch Hörer, die sich eine Anlage für 2.000 Euro kaufen würden. Privat hört Welter FLAC oder 24-Bit-Dateien, mit MP3 Dateien sei es nicht möglich, gut Musik zu hören, urteilt Welter, der von Neuheiten wie dem Miniatursystem Phantom von Devialet fasziniert ist.

www.audiophile.lu