LUC WEBER

Laut einer Wirtschaftsauskunftei hat es 2015 in der luxemburgischen Bauwirtschaft insgesamt 91 Konkurse gegeben. Das waren 30 Prozent mehr als im Jahr davor verzeichnet wurden. Leider liefern diese Zahlen jedoch keine Hinweise auf den Grund für diesen Anstieg. Die Situation eröffnet daher viel Raum für Spekulationen.

So kam eine Studie der luxemburgischen Handwerkskammer 2011 zu dem Schluss, dass knapp die Hälfte (52 Prozent) aller damals untersuchten Insolvenzen auf ein Eigenverschulden zurückzuführen wären. Demnach wäre mangelnde Unternehmensführung der Hauptgrund für das Scheitern eines Unternehmens. Doch ist die Erklärung wirklich so einfach?
In einem freien Markt wird es immer Pleiten geben, das steht außer Frage. Die „unsichtbare Hand“ sorgt ständig dafür, dass sich Angebot und Nachfrage annähern und so den Marktpreis bestimmen. Alle Unternehmen, die über diesem Preis anbieten, müssen früher oder später den Markt verlassen oder Wege und Möglichkeiten finden, wie sie auch zu diesem Preis anbieten können. Zumindest im Tiefbau hat dieser Mechanismus mittlerweile aber teilweise bizarre Formen angenommen. Der Preisdruck ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen.

Natürlich gibt es immer Unternehmen, die kosteneffizienter agieren als andere und deshalb billiger anbieten können, dennoch hat auch dies seine Grenzen. Zu den größten Kostentreibern im Tiefbau gehören neben den Energie- und Materialkosten vor allem die Lohnkosten. Letztere sind in Luxemburg tariflich geregelt. Behält man das im Hinterkopf, so fällt es schwer zu erklären, wie manche Preise, die bei öffentlichen Ausschreibungen aufgerufen werden, zustande gekommen sind. Erst kürzlich gab es bei einem Vergabeverfahren folgendes Ergebnis: Die Differenz zwischen dem Median und dem billigsten Anbieter betrug mehr als 50 Prozent, was in diesem Fall knapp einer Million Euro entsprach!

Es ist jedoch zweifelhaft, ob dieses Unternehmen um so viel effizienter arbeitet als seine Konkurrenten. Dabei hat sich längst herausgestellt, dass der billigste Anbieter nicht zwangsläufig auch immer der wirtschaftlich Günstigste sein muss. Wenn es beispielsweise zu Zeitverzögerungen kommt, weil eine Leistung nicht sachgemäß durchgeführt wurde oder mit Kostenaufwand verbundene Nachbesserungen, aus dem gleichen Grund, anstehen. Manchmal versuchen sich Unternehmen auch einfach nur mit einem billigen Preis eine Arbeit zu sichern, um dann nachher auf einen Fehler ihrerseits bei der Angebotserstellung hinzuweisen und so quasi eine Preisnachbesserung durch die Hintertür zu erreichen.

Dabei kann man ihnen angesichts der Marktlage nicht einmal einen Vorwurf machen, denn Arbeitnehmer und Maschinen kosten Geld, ob sie nun im Einsatz sind oder nicht. Da ist es dann besser, durch einen Dumpingpreis die Verluste zu minimieren, statt im Leerlauf zu sein. Doch Verluste bleiben Verluste und führen zu Zahlungsschwierigkeiten und im schlimmsten Fall zur Insolvenz. Hier ist der Gesetzgeber gefordert. Er sollte daher nicht nur das Insolvenzrecht überdenken - wie er das aktuell tut -, sondern auch das Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge. Der niedrigste Preis darf nicht das alleinige Zuschlagskriterium sein!

In diesem Fall gibt es für die Bieter keinen wirklichen Anreiz, die Mindestvorgaben zu übertreffen. Die Qualität tritt zugunsten des Preises in den Hintergrund. Wer einen Leistungs- und keinen reinen Preiswettbewerb will, sollte deshalb andere Wege beschreiten.

---

WEBER & Cie s.àr.l.: Experten in Beton seit 1936

Die WEBER & Cie s.àr.l. ist ein Bauunternehmen, das 1936 gegründet wurde. Mittlerweile wird es in der dritten und vierten Generation geführt. Insgesamt beschäftigt die Gesellschaft mit Hauptsitz in Marnach 72 Mitarbeiter. Hauptaufgabenfelder sind der Tief- und Straßenbau sowie die Herstellung von Transportbeton. Daneben ist die WEBER & Cie s.àr.l. auch mit diversen Lkw im Winterdienst aktiv, begutachtet und reinigt Abwasserkanäle mit speziell dafür ausgerüsteten Maschinen bzw. Robotern und vermietet Maschinen sowohl an Privatpersonen als auch an kommunale und staatliche Instanzen. Um den firmeneigenen Fuhrpark zu unterhalten, verfügt das Unternehmen über eine eigene Werkstatt.

In den letzten Jahren durchlief die WEBER & Cie s.àr.l. eine Modernisierungsphase. Neben einem veränderten Markenauftritt durch den Einsatz eines neuen Logos ging es dabei vor allem darum, die Arbeit effizienter und sicherer zu gestalten. Zu diesem Zweck tätigte das Unternehmen seit 2011 massive Investitionen, erwarb moderne Maschinen und baute ein neues Bürogebäude wie eine neue Werkstatt. Das IT-System wurde komplett überarbeitet sowie ein Sicherheitsmanagementsystem eingeführt.