LUXEMBURG
MARCO MENG

Die Zukunft der Arbeit ist: flexibler

Mark Dixon verkaufte als junger Mann Hot Dogs in den USA. Er konnte aber kein gutes Brot dazu finden, also kaufte er eine eigene Bäckerei. Auf einer Geschäftsreise 1989 in die belgische Hauptstadt Brüssel fiel ihm auf, wie viele Geschäftsleute in Hotels und Cafés arbeiteten. Da es nirgends möglich war, flexibel schnell Büroräume zu mieten, startete er das als eigenes Geschäft. William Willems, Regional General Manager für Regus Luxemburg und Belgien, erklärt uns das Konzept.

Die Idee von Dixon war erfolgreich?

William Willems O ja, und eine sehr gute Idee dazu. Heute haben wir 1.500 Niederlassen in 600 Städten und 100 Ländern und machen wir weit mehr als nur Büroräume zu vermieten. Kürzlich haben wir an 70 Shell-Stationen in und um Berlin mobile Arbeitsplätze eingerichtet, und im April eröffneten wir das dritte Business Center in Luxemburg in der Nähe zum Hauptbahnhof. Im September werden wir auf dem Kirchberg ein neues Businesscenter mit weiteren 600 qm eröffnen.

Die Nachfrage ist groß, und der Erfolg zeigt klar, dass sich die Arbeitswelt ändert. Die Menschen arbeiten heute ganz anders als früher. Heute müssen nicht alle Leute im selben Gebäude sein wie damals, als es keine Computer, Tablets oder Mobiltelefone gab. Ein weiterer Punkt ist die Verkehrssituation. Unsere Kinder werden in 20 Jahren sagen: Die waren damals verrückt, so viel Zeit auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause zu vergeuden. Hat jemand den passenden Arbeitsplatz gleich um die Ecke, spart das Zeit und Kosten.

Auch die Unternehmen haben sich geändert. Ihnen ist klar, dass es viel Geld kostet, ungenutzte Räume zu kühlen oder zu heizen. Das bringt sie dazu nachzudenken, wie ihre Arbeit organisiert ist. IBM, Swift und andere haben darum längst das Open-Space-Konzept erkannt. Das spart Kosten, bringt Flexibilität, und macht die Mitarbeiter auch produktiver. Nun mag mancher denken, man könne ja dann eben von zu Hause zu arbeiten. Das hat aber auch seine Nachteile. Man ist schnell abgelenkt und ohne eine professionelle Arbeitsumgebung verlieren Mitarbeiter an Produktivität.

Wer sind Ihre Kunden?

Willems Wir haben über 1,3 Millionen Kunden, in Luxemburg rund 1.000. Etwa 80 Prozent davon sind kleine Firmen mit drei bis vier Leuten. Aber auch internationale Firmen wie Bloomberg oder Google sowie Verkaufsrepräsentanzen mittelgroßer Firmen. Sie alle wollen sich auf ihr Geschäft konzentrieren und nicht darauf, Lampen zu wechseln oder die Stromrechnung zu prüfen. Bei kleinen Unternehmen oder Start-Ups ist es zudem lebenswichtig, die Kosten zu minimieren.

Ein anderer Teil unserer Kunden nutzt die Businessworld-Karte, mit der man Zugang zu unseren Business Lounges und Tagesbüros weltweit für Stunden, Tage oder Wochen erhält, ideal für Geschäftsleute, die viel unterwegs sind.

Was bedeutet flexibles Arbeiten?

Willems Flexibel zu sein bedeutet nicht unbedingt, heute hier und morgen dort zu arbeiten. Es bedeutet, einen vertrauten und professionellen Arbeitsplatz zu haben. Auch der physische Kontakt muss da sein. Ob man sich mit Kollegen oder mit Mitarbeitern anderer Firmen im Meetingraum trifft oder an der Kaffeemaschine: Unsere Center sind Inkubatoren. Business-Connecting kann man das nennen.

Im Dienstleistungssektor geht es ganz klar in Richtung flexibles Arbeiten, und das möchten wir unterstützen. Erfolgreiches Business ist grenzübergreifend, vor allem in Luxemburg. Da ist es von Vorteil, dass wie ja schon (fast) überall sind: dieselben Büros, dieselben Möbel, derselbe Vertrag, eine Plattform für verschiedene Märkte. Kommt jemand heute, der morgen ein Büro in Hong Kong braucht: Kein Problem, morgen kann er es nutzen.