LUXEMBURG
INGO ZWANK

Immer mehr Tierbesitzer lassen ihre Hunde und Katzen einäschern

Nach dem Tod ihres Haustieres entscheiden sich Tierbesitzer immer öfter für eine Einäscherung. Die Asche nehmen sie mit nach Hause. In klassischer Urne, aber auch im Bilderrahmen oder im Schmuckmedaillon.

Der Schmerz ist so groß. 14 Jahre lang war der Hund ihr Begleiter. Hat den Tagesrhythmus bestimmt, ihr eine Aufgabe gegeben. Der Tod des Tieres reißt eine riesige Lücke im Leben der älteren Dame. Sie lässt ihn einäschern - und stellt seine Asche in einer Urne auf dem Regal auf, neben ein Foto von ihm. So wie die 85-Jährige wählen in Deutschland immer mehr Haustierbesitzer nach dem Tod ihres geliebten Vierbeiners den Weg zum Tierkrematorium.

Die Tierbestatter-Branche befinde sich seit längerem in einem Boom, sagt die Sprecherin des Bundesverbandes der Tierbestatter, Gabriele Metz. Grund sei die veränderte Stellung vor allem des Hundes und der Katze innerhalb der Gesellschaft: „Sie werden immer stärker als wirklich vollwertige Familienmitglieder angesehen, als Sozialpartner, als Sportpartner. Sie haben eine Stellung wie nie zuvor.“ Und das verändere auch die Einstellung beim Umgang mit dem Tier nach dem Tod. Man wolle das Tier nicht mehr beim Tierarzt lassen, sondern „einen würdevollen Abschied für das vierbeinige Familienmitglied“.

Das kann dann eine Bestattung auf einem der rund 160 Tierfriedhöfe in Deutschland sein, von denen es nach Verbandsangaben jährlich rund 10.000 gibt. Bereits mehr als 100.000 Haustiere im Jahr werden in Deutschland eingeäschert. Aber: Auch wenn der Trend nach oben gehe, seien es gerade mal knapp zehn Prozent aller Haustiere, die bestattet würden, wie ausgeführt wird. Der Rest werde immer noch im eigenen Garten beigesetzt oder gehe in die Tierkörperbeseitigung.

„Als Hundehalter weiß ich selbst nur zu gut, wie schmerzlich es ist, wenn der beste Freund über die Regenbogenbrücke gehen muss“, sagt auch Ralf Schlapp, Inhaber von „CremPet Tierbestattung Trier“, seit 2010 aktiv und einziges behördlich zugelassenes Tierbestattungsunternehmen im Kreis Trier-Saarburg. Das Unternehmen ist ebenfalls im Großherzogtum zugelassen, wie Schlapp ausführt, „denn die Tierbestattung beziehungsweise die Tierkörperbeseitigung darf in Luxemburg nur von zugelassenen Unternehmen durchgeführt werden.“ Die Kontrolle und Zulassung dieser Unternehmen, die Tierkörper auf dem Gebiet des Großherzogtums einsammeln und im Ausland einäschern oder entsorgen lassen, unterliegt der Veterinärverwaltung. Voraussetzung ist hier, dass entsprechende Vorgaben erfüllt sein müssen, wie Abholung, Transport in Leichensäcken, Lagerung, etc., „da wir in Deutschland eine entsprechende Registrierung haben, ist dies aber kein Problem.“

Bis zu 50 Abholungen pro Wochein Luxemburg

So kann man auf der Seite der Veterinärverwaltung zehn Unternehmen aus der näheren und weiteren Großregion aufgelistet finden, drei aus Luxemburg, der Rest aus Deutschland, Frankreich und Belgien. Das Unternehmen CremPet verfügt über ein eigenes Tierkrematorium, so kann der Tierbestatter auf Wunsch eine Abwicklung innerhalb von 24 Stunden garantieren.

Viele Menschen wissen nicht, dass das Tier, wenn es beim Tierarzt verbleibt, in die Tierkörperbeseitigungsanstalt gebracht wird, „was aber immer mehr Besitzer nicht mehr wollen“, sagt Schlapp. Aber ferner bestehen Möglichkeiten der Kremierung in einem Tierkrematorium, die Bestattung auf einem Tierfriedhof oder die Bestattung auf dem eigenen Grundstück, wenn es nicht in einem Trinkwasserschutzgebiet liegt und die Orts- bzw. Gemeindesatzung dies nicht ausschließt. Aber auch bei der Einäscherung gibt es Unterschiede, kann man doch neben der individuellen Einäscherung eine Gemeinschaftseinäscherung durchführen lassen - hier bekommt man zwar keine Asche mit nachhause, sondern nur eine Urkunde - oder aber eine anonyme Einäscherung, „da gibt es keine Erinnerung“, wie Schlapp ausführt.

Haustiere wie Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel dürfen in Deutschland nach dem Tierkörperbeseitigungsgesetz im Garten begraben werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Tier nicht an einer meldepflichtigen Tierkrankheit gestorben ist. Generell - auch in Luxemburg - ist es so, dass Tiere gem. EU-Verordnung 1069/09 nur mit einer Genehmigung der zuständigen Behörde im Garten begraben werden dürfen. Die Verordnung besagt, dass der Besitzer einen formlosen Antrag auf Hausbestattung beim zuständigen Veterinäramt stellen muss, bestätigt auch die Veterinärverwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung hin.

Was aber die Asche des Tieres betrifft, so sei dies nicht in luxemburgischen Verordnungen ausgeführt. Somit darf man die Asche des Tieres auch in Luxemburg auf den Kaminsims stellen oder eben im Garten vergraben.

Wie präzisiert wird, handelt es sich bei der Liste auf der Seite der Veterinärverwaltung um Unternehmen, die eine Transportgenehmigung für das Großherzogtum haben. Diese erhält das Unternehmen bei entsprechender Antragstellung und dem Nachweis, wie die Tiere entsprechend abgeholt und transportiert werden. Eine ausführliche Dokumentation sei vonnöten, auch eine Buchführung über die Transporte müsse jeden Monat bei der Veterinärverwaltung eingereicht werden, damit man nachvollziehen kann, wie viele Transporte es gab. Diese Informationen würden auch an die Länder gehen, mit denen Luxemburg kooperiere, eben Deutschland, Frankreich und Belgien. So könne man von 30 bis 50 Tiertransporten pro Woche sprechen, wobei es aber im Gros zur Gemeinschafts- oder anonymen Einäscherungen kommen würde, wie die Veterinärverwaltung ausführt.


www.tierbestattung-trier.de
Mehr Infos und die Liste

unter tinyurl.com/Tierbestatter