ESCH/BELVAL
CORDELIA CHATON

Drei Tage lang dreht sich an der Universität alles um Nanosatelliten

Drei Tage lang steht bei der Universität Luxemburg alles im Zeichen von Nanosatelliten, so genannten „CubeSats“. Denn von Mittwoch bis Freitag findet das 11. „European CubeSat Symposium“ in Belval statt, für das Luxemburg zum ersten Mal Gastgeber ist. Rund 160 Fachleute unterhalten sich über Märkte und Möglichkeiten rund um die Miniatursatelliten, deren Kantenlänge 10x10x10 cm beträgt und die weniger als 1,33 kg wiegen. Sie sind damit deutlich kleiner, leichter und damit auch kostengünstiger als traditionelle Satelliten. Das spielt eine Rolle beim Transport ins All, aber auch bei der Nutzung
und Entsorgung.

Einer, der schon bei der ersten Konferenz zu den kleinen Würfeln fürs All im Jahr 2008 dabei war, ist Roger Walker. Bei der „European Space Agency“ (ESA) ist er für das Thema CubeSat-Technology zuständig und dafür, dass beim Flug im All alles gut funktioniert. Zu ihm kommen Unternehmen, die den Flug ihres Nanosatelliten sicher machen und dokumentieren wollen.

CubeSats zur Asteroiden-Erkundung

Er berichtet, wie die „Luxembourg Space Agency“ (LSA, s. Kasten) gemeinsam mit der ESA ein Projekt vorbereitet, das wegweisend sein könnte. „Im November soll eine Mission starten, bei der es darum geht, CubeSats zu den am nächsten gelegenen Asteroiden zu schicken. Dann wären CubeSats erstmals fähig, Asteroiden zu besuchen. Aufgrund ihrer Größe würden die Kosten ein Zehntel der bisherigen betragen. Das heißt: Für das gleiche Geld kann ich zehn Asteroiden besuchen - und dann feststellen, ob es dort interessante Ressourcen gibt. Das interessiert Luxemburg natürlich im Rahmen des Space Minings. Das ist der erste Schritt dorthin“, verriet der Experte. „Die Ausschreibung lief, auch das in Luxemburg ansässige Unternehmen GomSpace ist dabei“, berichtet Walker.

CubeSats haben laut Experten aufgrund ihrer Größe den Vorteil, dass die Flugkosten viel geringer sind. Oft werden ganze Trauben der kleinen Würfelsatelliten zugeladen. Das Konzept für CubeSats stammt ursprünglich von den Universitäten, aber schnell sprangen Unternehmen auf, die damit Dienste wie Daten, Überwachung oder Monitoring anbieten. In Europa gibt es laut Walker sechs Unternehmen, die komplette Systeme anbieten, darunter GomSpace, „Innovative
Solutions in Space“ (ISIS) und Clyde Space, sagt Walter. „Insgesamt existieren weltweit rund 130 CubeSat-Unternehmen, sagt er.

Satellitenbau bei „LuxCube“ lernen

Anlass der Konferenz ist das Projekt „LuxCube“ der Universität, bei dem Studenten seit einem Jahr den Bau und Betrieb eines CubeSats erproben. Initiiert hat es Edder Rabadan Santana. Der promovierte Forscher folgt damit ähnlichen Beispielen der Universität Aalborg (Dänemark) sowie der TU in Delft und München. „Dadurch wollen wir mehr Sichtbarkeit erreichen“, sagt Santana. „An diesen Universitäten hat das zu Spin-offs, also Ausgründungen geführt, das wäre sehr im Sinne Luxemburgs.“

Müll im All verfolgen

Doch was macht man mit einem Himmel voller Würfelsatelliten? Cynthia Wilson, die bei der US Air Force im „18. Space Control Squadron“ tätig ist, setzte sich vor allem für die Beobachtung der Satelliten ein. Schließlich sind viele nach einem Jahr Nutzungsdauer schon Müll. Seit 2009 ein inaktiver russischer Satellit in einen aktiven Satelliten stürzte, teilt ihre Einheit das Wissen um Standorte von rund 2.000 Teilen Space-Junk mit jedem, der interessiert ist - gratis. „Das ist sicherer für alle“, unterstreicht die Expertin. Manche Länder haben eine Meldepflicht - aber nicht alle. Dabei werden immer mehr Satelliten ins All geschickt.

www.space-track.org