LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Technische Pannen bei den Fahrradgaragen „mBox“ - Dauerproblem oder Einzelfälle?

Die „mBox“, eines der ökologischen Lieblingskinder von Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch (déi gréng), scheint ein paar Macken zu haben. In den „Boxen“ an den größeren Bahnhöfen Luxemburgs sollen Pendler ihre teuren Drahtesel diebstahlsicher parken, um dann auf einen öffentliches Verkehrsmittel wie Bus oder Bahn oder umzusteigen.

Eine parlamentarische Anfrage der DP-Abgeordneten Max Hahn und Claude Lamberty hat eine Reihe von Fehlern aufgelistet. Im Gegenzug hat der Minister die Frage außergewöhnlich ausführlich über mehrere Seiten hinweg beantwortet.

Hahn und Lamberty berufen sich auf die Information, dass das elektronische Schließsystem der Boxen „regelmäßig“ versagt. Ob der Minister das grundsätzlich bestätigen könne? Ob es eine Statistik über diese Störungen gibt? Wenn ja wie sieht diese aus? Wenn nicht, ob eine zahlenmäßige Erfassung der Ausfälle eingeführt wird? Was wird unternommen um das Problem zu beseitigen? Wem kann man ein Versagen des Schließmechanismus melden? Werden die „mBox“-Nutzer über die Fehlfunktion informiert? Wer ersetzt den Schaden im Falle eines Diebstahls? Wie viele Diebstähle gab es schon, durch das Versagen der „mBox“, wie viele Räder wurden gestohlen?

Bausch: Von regelmäßig kann keine Rede sein

In seiner Antwort erklärt Bausch des Langen und des Breiten, wie die mBox funktioniert. Basis ist die sogenannte „mKaart“ - die Universalkarte für den Öffentlichen Transport - erweitert um die Funktion „mBox“, mit der die Boxen elektronisch geöffnet werden können. Bis heute habe das System 1.000 Abonnenten. Wenn das elektronische System ausfällt, könne die Box auch ohne Karte geöffnet werden. Allerdings seien die Fahrradbesitzer gehalten, selbst für eine Sicherung ihrer Räder durch eine geeignet Sicherung zu sorgen. Bauch betont, dass von „regelmäßigen“ Störungen keine Rede sein gönne. Fehlfunktionen träten im Jahresverlauf nur gelegentlich bei den 25 „mBoxen“ auf.

Man führt aber Buch über die Zwischenfälle mit dem Schließsystem. Seit dem 1. Januar 2018 ist es zu acht Fehlfunktionen bei fünf der 25 Fahrrad-Park-Boxen gekommen.

Bausch kündigt Kameraüberwachung an

In Zukunft werden die „mBoxen“ mit einer Kameraüberwachung ausgestattet und das Verfahren um Techniker in Marsch zu setzen wird bis Jahresende vereinfacht. Wer einen Ausfall der elektronischen Schlösser melden will kann dies auf verschiedenen Wegen tun (siehe Kasten). Außerdem verfüge jede „mBox“ über entsprechende Informationstafeln.

Nur ein Fahrrad-Diebstahl bekannt

Bis jetzt habe der „Verkeiersverbond“ nur Kenntnis von einem Fahrraddiebstahl aus einer „mBox“, bei der eine technische Störung vorlag. Seit Eröffnung der ersten „mBox“ 2014 wurden sieben Anzeigen wegen Fahrraddiebstahls erstattet, die aber alle nicht in Zusammenhang mit einem technischen Versagen der „mBox“ standen.