CLAUDE KARGER

„Obwohl viele Amerikaner sie nicht als Präsidentin haben wollen, ist es besser, sich für Windpocken als für die Pest zu entscheiden“, meinte gestern ein „T“-Kommentator zur Kandidatin der Demokraten im Rennen um das ovale Büro, das denkbar eng zu werden droht. Eng und enger scheint es auch an der Spitze der EU zu werden, zumindest laut einer Analyse im belgischen „Le Soir“ zu 1,5 Jahren Juncker als Kommissionschef. Das „T“-Online fand darin keine wirklichen Überraschungen - Alk, Gesundheit, Späße à la „Hello Dictator“, alles bekannt, „und auch die oft väterliche, bevormundende Rhetorik des Kommissionspräsidenten braucht nicht wirklich einer langatmigen Erklärung“. „Klartext: Juncker tut, was er kann, seine Kommission ist aber aus institutioneller Perspektive ein zahnloser Tiger“, resümiert das „T“-Online die gesammelten Aussagen, darunter eine eines anonymen konservativen Politikers: „Das Problem ist, dass das Europa von Papa tot ist. Nur, dass Papa noch immer da ist: Es ist Juncker!“ Wir sehen da weniger das Personalproblem. Zum Pickel-Kriegen ist vor allem, dass verschiedene Mitglieder die Union lediglich als eine Art Selbstbedienungsladen sehen und jegliche Form der politischen Vertiefung ablehnen. Aber wenn der Tiger zu lange auf seine Zähne warten muss, kann er auch gleich den Bettvorleger machen.