LUXEMBURG
MARCO MENG

Luxemburgs Wirtschaftsleistung legt zu, Firmenpleiten gehen zurück

Die Wirtschaft ist auf Erholungskurs. Wie gestern das Luxemburger Statistikamt Statec mitteilte, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal des laufenden Jahres um 3,8% im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres gestiegen.

Gegenüber dem starken Schlussquartal des letzten Jahres ist das aber nur ein zaghaftes Wachstum von 0,8%, was verdeutlicht, wie fragil die wirtschaftliche Erhlung noch ist.

Insgesamt hatte sich das Bruttoinlandsprodukt 2013 mit zwei Prozent schwächer entwickelt als zunächst geschätzt worden war (2,4 Prozent), legte im Herbst dann mit drei Prozent aber deutlicher zu als zunächst geschätzt (2,4 Prozent).

Deutlich weniger Insolvenzen

Vor allem Bausektor (13,6 Prozent), Handel und Transport (7,1 Prozent), aber auch Industrie (6,1 Prozent) wachsen nach Statec-Angaben seit Jahresbeginn deutlich.

Die Erholung spiegelt sich auch in der zurückgegangenen Zahl von Unternehmenspleiten im ersten Halbjahr wider, deren Zahl ebenfalls gestern von Creditreform vorgelegt wurde. In den ersten sechs Monaten 2014 mussten insgesamt 398 Unternehmen wegen Insolvenz schließen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 522 gewesen.

Erstmals seit Jahren ist dabei der Konkursanteil älterer Unternehmen rückläufig. Der prozentuale Anteil an den gesamten Konkursen der Firmen mit einem Alter von über fünf Jahren fiel von 71% auf 59%. Dagegen ist der Konkursanteil von Unternehmen, die jünger als fünf Jahre sind, von 28 auf 40% in 2014 gestiegen. „Die seit Jahren anhaltende Sonderentwicklung in Luxemburg, dass überwiegend ältere Firmen in Konkurs gehen, ist rückläufig“, teilt das Unternehmen dazu mit. „Es wird zu beobachten sein, ob dieser Trend gestoppt ist.“

Herbert Eberhard, Chef von Creditreform Luxemburg, erklärt weiter: „Mit 398 Firmenpleiten im 1. Halbjahr 2014 sinkt das Konkursgeschehen in Luxemburg im Vergleich zum 1. Halbjahr 2013 weiter.“ Der Rückgang der Insolvenzen beläuft sich auf 23,75%.

Am stärksten betroffen von Insolvenzen ist die Dienstleistungsbranche, die 55% am gesamten Konkursgeschehen ausmachen. 220 Konkurse im Dienstleistungssektor waren es bislang in diesem Jahr gegenüber 293 im ersten Halbjahr 2013. Im Bausektor gingen seit Anfang des Jahres 33 Firmen pleite, was gegenüber 55 im letzten Jahr einen Rückgang um 40% bedeutet.

Nach Einschätzung von Creditreform sind aber nicht nur einzelne Branchen von der Erholung betroffen, sondern die Wirtschaft insgesamt: „Auch in allen anderen Wirtschaftsbereichen sind die Konkurse gegenüber dem Vorjahr rückläufig.“

Erneut kommen die wenigsten von einem Konkurs betroffenen Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe. Lediglich 1,51% Anteil am Gesamtkonkursgeschehen in Luxemburg entfallen damit auf den industriellen Bereich.

Auch für das zweite Halbjahr rechnet Creditreform mit einer weiter abnehmenden Anzahl von Konkursverfahren in Luxemburg.