LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

44 Corona-bedingte Sterbefälle in Luxemburg - Bislang 2.970 Infizierte

Das Gesundheitsministerium meldete am heutigen Spätnachmittag drei neue Corona-bedingte Todesfälle. Damit haben hierzulande bislang 44 Menschen den Kampf gegen das Virus verloren. Das Medianalter der Verstorbenen liegt bei 86 Jahren. Es sei daran erinnert, dass der Tod eines Patienten, der aus dem Grand Est nach Luxemburg transportiert wurde, um hier versorgt zu werden, anschließend jedoch verstorben ist, bei dieser Aufzählung nicht berücksichtigt wird.

Bislang 25.702 Personen auf Corona getestet

Mit dem Coronavirus infiziert sind in Luxemburg inzwischen indes 2.970 Personen - 127 mehr als am Vortag. Der Altersdurchschnitt liegt hier bei 46 Jahren. Damit hat die Zahl der Infektionen wieder zugenommen, wurden am Montag doch „nur“ 39 Neuinfektionen verzeichnet. Die Grenze von 3.000 Infektionen dürfte demnach am morgigen Mittwoch überschritten werden.

Von den infizierten Personen sind 2.478 Ansässige und 492 Nichtansässige. 50,7 Prozent sind Männer und 49,73 Prozent Frauen. Corona-Tests durchgeführt wurden bislang insgesamt 25.702. Hospitalisiert waren bis zum Zeitpunkt der Pressekonferenz am Nachmittag 231 Personen, von denen 35 in Intensivbehandlung waren. 310 Personen konnten die Spitäler inzwischen wieder verlassen.

Morgen kommt auch der Regierungsrat wieder zu einer Sitzung zusammen, in dessen Anschluss mit einer weiteren Pressekonferenz von Premier Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert zu rechnen ist.

Ethische Richtlinien für Ärzte

Die nationale Ethikkommission hat ihrerseits bereits in der vergangenen Woche ein fünfseitiges Positionspapier mit ethischen Richtlinien für Ärzte veröffentlicht, sollten einmal - Luxemburg ist in dieser Hinsicht jedoch momentan gut aufgestellt - nicht genügend Intensivbetten und Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen. Die Empfehlung der Ethikkommission ist klar und deutlich: „Des choix prioritaires doivent concerner identiquement tous les patients sans discrimination. Il n’y a donc pas lieu de distinguer entre un patient COVID-19 et un patient non-COVID-19 autrement que pour des indications thérapeutiques et hygiéniques et pour des raisons de bonne organisation hospitalière.“

Es gehe hier in erster Linie darum, so viele Leben zu retten wie möglich: „Dans des conditions de restriction sévère, toutes les mesures s’orientent selon l’objectif de sauver autant de vies que possible et de réduire le nombre de décès au minimum.“

Gültigkeit der Personalausweise wird verlängert

Das Innenministerium teilte seinerseits mit, dass Personalausweise, die seit dem 1. März abgelaufen sind oder die wegen eines Umzugs erneuert werden müssten, vorerst gültig bleiben, und zwar bis drei Monate nach Ende des Notstands. Es wird den betroffenen Personen jedoch geraten, die direkt im Anschluss an die Beendigung der Krise ins Ausland reisen wollen, ihre Papiere schnellstmöglich zu erneuern, weil nicht sichergestellt werden kann, dass die abgelaufenen Ausweise von ausländischen Behörden noch als gültig akzeptiert werden.

Caritas richtet Corona-Hotline für Menschen mit materiellen Problemen ein

Dann war heute auch zu erfahren, dass Caritas Luxemburg einen sozialen Unterstützungsdienst für all diejenigen anbietet, die in dieser Krisenzeit Schwierigkeiten haben, ihre Lebensmittel, Miete, Rechnungen oder Schulden zu bezahlen, und die sich mit ihren Problemen allein gelassen fühlen.

Die Caritas Corona-Helpline ist unter der Telefonnummer 40 21 31 - 999 oder per E-Mail unter helpline@caritas.lu erreichbar. Die Beratung wird in mehr als zehn Sprachen angeboten. Mit dieser Helpline möchte Caritas Luxemburg alle Menschen und Familien unterstützen, die sich bisher selber über Wasser halten konnten, die aber aufgrund der sanitären Krise des Coronavirus und ihren wirtschaftlichen Folgen nicht mehr über die Runden kommen.

CSV: „Prime unique“ und reduzierter Steuertarif

Zu Wort meldete sich heute aber auch noch einmal die größte Oppositionspartei, nachdem sie zuvor in ihrer Fraktionssitzung beschlossen hat, der Regierung vorzuschlagen, eine staatliche „Prime unique“ als Dankeschön für die Mitarbeiter im Gesundheits- und Pflegesektor auszuzahlen sowie einen reduzierten Steuertarif für alle Krisenprämien beim Staat und im Privatwesen bis zu einem gewissen Höchstbetrag gelten zu lassen. Die Vorschläge der CSV sollen der Regierung nun in Form von zwei Motionen in der Abgeordnetenkammer unterbreitet.

Plattform JIF: „Corona und Care“

Mit einer Mitteilung zu Wort meldete sich zudem die aus verschiedenen Frauenorganisationen, Parteien und Gewerkschaften zusammengesetzte Aktionsplattform JIF („Journée Internationale des Femmes“), um daran zu erinnern, dass die „Care-Arbeit“ für das grundlegende Überleben und Funktionieren der Gesellschaft absolut notwendig und daher in höchstem Maße systemrelevant sei, wobei diese Arbeit zum großen Teil von Frauen geleistet werde.

www.covid19-psy.lu online

Gebündelte Hilfe

Das Gesundheitsministerium hat heute eine neue Seite gestartet, auf der alle nützlichen Informationen für die psychische Gesundheit während der Covid-19-Krise zu finden sind: http://www.covid19-psy.lu. Hier finden Sie Unterstützung, bei Stress, Angstattacken oder Depression. Neben den Telefonnummern der Anlaufstellen gibt es hier auch Antworten auf viele Fragen. Etwa Empfehlungen, wie Sie mit ihren Angehörigen über mentale Gesundheit sprechen sollten und Ratschläge, wie das psychologische Gleichgewicht gewahrt werden kann. Vergangene Woche bereits war die Covid19-Hotline 80028080 um einen mehrsprachigen psychologischen Beratungsdienst ergänzt worden. Er steht sieben Tage die Woche von 7.00 bis 23.00 zur Verfügung.