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Wissenswertes über die Ozeane

Seit 2009 wird der Welttag der Ozeane am 8. Juni begangen. Der Tag wurde von den Vereinten Nationen ausgelobt, um die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Meere für die Welt und ihren Schutz zu lenken. 71 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Die Ozeane – benannt nach dem griechischen Gott Okeanos, der Herr des die Welt umfließenden Stromes, der mit der Meeresgöttin Thetys 3.000 Meeresnymphen und 3.000 Flussgötter gezeugt haben soll – fassen 1,34 Milliarden Kubikkilometer Wasser, das sind 97 Prozent der weltweiten Vorkommen. Für drei Milliarden Menschen stellt die Biodiversität der Meere und der Küsten die Hauptexistenzgrundlage dar. Während selbst die Oberflächen von Mond und Mars umfassend kartografiert sind, sind es lediglich 80 Prozent bei den Weltmeeren. Nur fünf Prozent der Ozeane sollen richtig erforscht sein – der Aufwand für die Erforschung ist riesig - und 91 Prozent der schätzungsweise zwei Millionen oft erstaunlichen Meerestierarten müssen noch eingeordnet werden. Es waren mehr Menschen auf dem Mond (12) als in den tiefsten Tiefen der Ozeane. Eigentlich gibt es einen einzigen weltumspannenden Ozean, die Geografen teilen ihn allerdings in fünf große „Bassins“ ein.

Zum Welttag der Ozeane haben wir eine Menge erstaunlicher Fakten zusammengetragen.

unworldoceansday.org

Lëtzebuerger Journal

Der Pazifik 

Der größte und tiefste Ozean erstreckt sich zwischen Kalifornien und China auf rund 155 Millionen Quadratkilometer. Den Namen gab ihm 1520 der Entdecker Ferdinand Magellan. Die durchschnittliche Tiefe liegt bei 4.000 Metern, aber es geht an manchen Stellen auf über 10.000 Meter runter. Über dem Pazifik bilden sich einige der stärksten Hurrikane der Erde. Auch ist der Meeresboden hier besonders aktiv: Wo die tektonischen Platten aufeinanderstoßen herrscht rege vulkanische Aktivität. Der „pazifische Feuerring“ erstreckt sich über rund 40.000 Kilometer über und unter Wasser und zählt 75 Prozent der weltweiten Vulkane. 90 Prozent der Erdbeben weltweit passieren im Pazifik-Raum. Zwischen Kalifornien und Hawaii gibt es eine Zone mit besonders vielen Abfällen über und unter Wasser, die von der Strömung zusammen getrieben werden. Das „Great Pacific Garbage Patch“ genannte Gebiet dehnt sich auf rund 700.000 Quadratkilometer aus.

Lëtzebuerger Journal

Der indische Ozean 

Der drittgrößte Ozean (rund 75 Millionen Quadratkilometer) erstreckt sich von der Ostküste Afrikas bis nach Australien. Dazu gezählt werden auch das Arabische Meer und das Rote Meer mit dem Suez-Kanal im Norden (Übergang zum Mittelmeer). Der Meeresboden sinkt hier bis auf über 8.000 Meter ab. 

Lëtzebuerger Journal

Der Atlantik  

Mit 79,8 Millionen Quadratkilometern der zweitgrößte Ozean mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von 3.293 Metern. Die maximale Tiefe liegt bei etwa 8.400 Metern vor Puerto Rico. Er erstreckt sich zwischen Afrika und Amerika von Ost bis West und zwischen dem Polarkreis und Kap Hoorn in Südamerika von Nord bis Süd. Er trägt den Namen des Titans Atlas, der laut der griechischen Mythologie am westlichsten Punkt der damals bekannten Welt (Gibraltar) das Himmelsgewölbe stützte. Durch den Atlantik fließt ab der Karibik nach Norden der sogenannte Golfstrom, der auch an den rauen Küsten Nordeuropas für ein relativ mildes Klima sorgt. Durch den regen Warenaustausch zwischen Europa und Amerika gilt der Atlantik als der meistbefahrendste Ozean. 

Lëtzebuerger Journal

Der arktische Ozean  

Mit rund 14 Millionen Quadratkilometern ist der arktische Ozean der kleinste der Erde und dazu auch noch mit 987 Meter durchschnittlicher Tiefe relativ flach. Westlich von Spitzbergen geht es aber schon auf 5.669 Meter hinunter. Wegen der Eisbildung kann der arktische Ozean lediglich nur drei bis fünf Monate im Jahr befahren werden. Insbesondere Russland unterhält eine große Eisbrecherflotte, um seine Häfen im Norden erreichbar zu halten. Ebenfalls kurz sind die Reproduktionszeiträume der meisten Tierarten im arktischen Ozean sowie an den Küsten. Das ökologische Gleichgewicht ist hier besonders sensibel. Und besonders gefährdet durch die Erderwärmung. 

Lëtzebuerger Journal

Der südliche Ozean 

Er erstreckt sich rund um die Antarktis auf rund 20,3 Millionen Quadratkilometern. Der stürmischste aller Ozeane ist bis zu 5.805 Meter tief und friert im Winter über weite Strecken mit Packeis zu. Trotzdem ist wohl kaum ein Ozean mehr in Bewegung als der südliche, der mit dem Antarktischen Zirkumpolarstrom die stärkste Meeresströmung weltweit besitzt. Die extremen Bedingungen machen auch hier die Ökosysteme extrem empfindlich. Die Erderwärmung lässt auch hier die Gletscher schmelzen mit der Konsequenz, dass der Salzgehalt des Meerwassers sinkt. Was wiederum Einfluss auf die Meerestiere hat, nicht zuletzt auf Krill, winzige garnelenartige Krebstiere, die in riesigen Schwärmen auftreten und als Teil des Planktons die Nahrungsgrundlage für höhere Tierarten sind. 

Lëtzebuerger Journal

Die Challenger-Tiefe  

Etwa 300 Kilometer südwestlich der Insel Guam (USA) im Westpazifik, in der als „Marianengraben“ bekannten Tiefseerinne, liegt der tiefste Punkt, die „Challenger-Tiefe“, 10.984 Meter unter der Meeresoberfläche. Getauft wurde sie nach einem englischen Vermessungsschiff, das bereits 1951 die Tiefe per Echolot und Drahtlotung Maß. 1960 tauchten Jacques Piccard und Don Walsh mit ihrem Tauchboot Trieste als erste Menschen dort auf 10.916 Meter ab. Aufsehen erregend war der Solo-Tauchgang des Filmemachers James Cameron („Titanic“) 2012, der als dritter Mensch und als erster Mensch alleine die Tiefe erreichte. Auch dort herrscht Leben: Der Schlamm besteht größtenteils aus Einzellern (Foraminiferen).