LUXEMBURG
CATHERINE NOYER

Juwelierhäuser punkten mit Naturdarstellungen – Blumen, Vögel und Tiere sind in allen Kollektionen zu finden

Fast jedes Juwelierhaus hat fantasievolle Tier- und Pflanzendarstellungen in seinen Kollektionen. Allen voran Cartier mit seinem mythischen Tier, dem Panther, der in verschiedenen Formen gezeigt wird. Die Großkatze sitzt, liegt oder rennt an Ringen, Halsketten und Armreifen und bleibt dank ihrer mobilen Gliedmaßen – eine Herausforderung für die Juweliere - eine geschmeidige Katze. Urheberin der Cartier‘schen Menagerie ist Jeanne Toussaint, die den Panther als Symbol für die Freiheit der Frau sah. Sie wurde von Louis Cartier in den 20er Jahren als Designerin eingestellt, um zunächst Accessoires und später Schmuckstücke zu kreieren. 1933 war sie die Chefdesignerin des Hauses, eine für eine Frau damals recht außergewöhnliche Position in einer Männerwelt. Jeanne Toussaint inspirierte sich an den Tieren im Pariser Zoo und gab sie als extravagante Schmuckstücke wieder.

Aber auch Boucheron, das älteste Pariser Juwelierhaus an der Place Vendôme hat seine Tierwelt. An erster Stelle die Katze Wladimir, die sich auf Samtpfoten durch alle Kollektionen bewegt, neben einer Vielzahl von exotischen Tieren wie beispielsweise Kolibris, Elefanten und Chamäleons.

Bvlgari hat die Schlange zum Kult-Tier erwählt, die sowohl als Schmuckstück erscheint, als auch Accessoires wie Taschen und Seidentücher ziert. Doch wird in dem italienischen Schmuckhaus die Natur nicht nur mit Tieren, sondern auch mit Pflanzen und Blüten gefeiert, wie in der aktuellen Kollektion „Fiorever“. Die Blumen aus Gold und Diamanten sind zudem eine Hommage an Rom, wilde Blüten, die in den Gärten der historischen Plätze der ewigen Stadt gepflückt wurden. Inspirationsquelle waren auch die Wandmalereien von Pompeij, auf denen solche Blüten bereits zu sehen sind. Für Bvlgari ist das Blütenmotiv – il fiore – die Blume – Teil der Geschichte des Hauses, da es bereits seit hundert Jahren in den Schmuckstücken umgesetzt wird. In den 20er Jahren wurden die Blüten als Diamantbroschen gearbeitet, die in den 60er Jahren mit beweglichen Teilen aufgepeppt wurden. Zuletzt kamen in der Kollektion „Il Giardini Italiani“ 2015 opulente Blumenbouquets mit feinen Blütenblättern zu Ehren. Heute schafft „Fiorever“ die Verbindung zur Tradition des Hauses.

Geheime Gärten

Opulente Blüten sind auch bei Chopard Programm. Hier wird nicht mit edlen Steinen gespart, wie beispiels-weise an der Brosche mit einem Opal von 16,6 Karat in der Mitte, umgeben von Saphiren und Diamanten, zu sehen ist.

In einen geheimen Garten Mailands entführt Pasquale Bruni mit seiner neuen Kollektion „Giardini Segreti“. Zarte Blüten aus Gold und Diamanten werden hier zu Ringen, Halsketten und Armreifen gestaltet.

Das junge Schmuckhaus Bigli bleibt in der Kollektion „Lilly Bloom“ bei seinen klassischen Ringformen mit einem dicken Cabochon aus unterschiedlichen Steinen in der Mitte. Diesmal werden die Ringe von Blütenblättern umgeben, die mit Diamanten besetzt sind. Die Ringe können einzeln oder mit mehreren zusammen getragen werden.

Das Pariser Juwelierhaus Messika spielt mit stilisierten Federn in seiner neuen Kollektion „Black Hawk“. An Indianerromantik erinnert das Design, bei dem Holz mit Diamanten gepaart wird.

Den Gestirnen widmet Chaumet mit „Les Constellations Précieuses“ seine Kollektionen zum Jahresende. Darunter „Laurier“, ein filigran gearbeiteter Anhänger mit verschlungenen Pflanzenblättern aus Weißgold mit Diamanten. •