LUXEMBURG
JAN SÖFJER

„Highland Park“ mit erster Abfüllung der „Viking Legend Whiskys“

Schottische Whiskys haben oft zumindest zum Teil gälische Namen. Lagavulin kommt beispielsweise vom gälischen „Lag a’ Mhuilinn“ und bedeutet „Senke der Mühle“. Das „morangie“ bei Glenmorangie kommt von „Mòr na Sìth“ und bedeutet „Ruhe“. Also „Tal der Ruhe“, da „Glen“ ein „Tal“ ist. Ein Vorsatz, den viele schottische Single Malts tragen. „Highland Park“ ist also ein untypischer Name für einen Single Malt Scotch. Da der Name aus Marketinggründen schlecht geändert werden kann, wird nun voll und ganz auf die Historie des Brennerei-Standorts gesetzt.

Die Orkney Inseln gehörten bis vor wenigen Jahrhunderten zu Norwegen, echte Wikinger-Inseln also. Während die Flaschen der Standardabfüllungen jetzt eine Runengravur ziert, ist die erste Abfüllung der neuen Sonderedition „Viking Legend Whiskys“ erschienen: „Valkyrie“ - obendrein Nachfolger des „Dark Origins“.

Das Verpackungsdesign stammt vom dänischen Designer Jim Lyngvild und ist eine Interpretation des Racheengels, den die mutigsten Wikinger vom Schlachtfeld mit nach Walhalla brachten.

Grüne Früchte und leichter Rauch

Das ganze Drumherum verspricht einen sehr kräftigen, vollen Whisky. Doch der „Valkyrie“ ist das Gegenteil. Es ist ein sehr leichter, zarter Single Malt. In der Nase und im Mund dominieren vor allem Noten von grünen Äpfeln. Auch von dem Rauch, der bei der Abfüllung „betont“ sein soll, merkt man nur leicht etwas. Zumindest wenn man „betonten Rauch“ mit Malts der Insel „Islay“ gleichsetzt. Der „Valkyrie“ ist aber kein enttäuschender Whisky, sondern passt gut in das Sortiment der anderen milden Single Malts von Highland Park hinein. Obendrein legt er am Schluss zu und bietet einen schönen runden und mittellangen Abgang, wobei die 45,9 Volumenprozente hilfreich sind.

Der Whisky reift in europäischen und amerikanischen Eichen-Sherry- und Bourbonfässern und trägt keine Altersangabe, wie es gerade im Trend ist, da so unterschiedlich alte Fässer kombiniert werden können. Das geht natürlich immer, es macht bloß niemand, da stets das Alter des jüngsten Fasses auf die Flasche geschrieben werden muss - wenn ein Alter genannt wird. „Valkyrie“ kostet derzeit zumindest 70 Euro die Flasche, was relativ viel ist für einen eher einfachen Malt. Allerdings sind Sondereditionen nun einmal immer teurer. Teil zwei der Edition, „Valknut“, kommt 2018 auf den Markt, Teil drei, „Valhalla“, 2019.