LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Am Mittwoch ist der 39-jährige Agostino R. wegen sexuellen Missbrauchs zu zehn Jahren Haft verurteilt worden - davon acht Jahre auf Bewährung und fünf Jahre mit Auflagen. In der Nebenklage wurde der Mutter des Opfers zweimal ein symbolischer Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Das Gericht sprach dem Opfer 8.000 Euro Schmerzensgeld zu.

R. wurden mehrere sexuelle Übergriffe Ende 2007 und 2009 an einem minderjährigen Jungen zur Last gelegt. Obwohl der Angeklagte immer wieder seine Unschuld beteuerte und die Beweislage dünn ist, haben die Richter ihn der Tat für schuldig befunden. Er soll sich das Vertrauen des kleinen Jungen durch Geschenke erschlichen haben. Der Mann zeigte keine Spur von Reue.

Der Verurteilte half der Mutter beim Versorgen des Kindes und machte öfters Waldspaziergänge mit dem Jungen. Die Mutter musste arbeiten gehen und schätzte sich glücklich, weil sie jemanden hatte, der sich während der Arbeitszeit um ihr Kind kümmerte.

Der Mann brachte den Jungen laut Gericht dazu sich auszuziehen. Dann soll der Angeklagte sich selber ausgezogen und neben den Jungen gelegt haben. Er soll den Jungen im Intimbereich gestreichelt und ihm Pornofilme gezeigt haben.

Laut Ermittler war die Schilderung vom Jungen angemessen detailreich und sei bei der Vernehmung von entsprechenden Affekten begleitet gewesen.

Es kam nicht sofort zu einer Anzeige da der Junge den Vorfall erst Jahre später gemeldet hatte. Dass das Kind so lange geschwiegen habe, erkläre sich aus der Schwere der Bedrohung durch den Angeklagten, sagte die Anklagevertreterin. Erst viel später sei dem Jungen bewusst geworden, was ihm da widerfahren war. Dann vertraute er sich einem Geistlichen an.

Bei der richterlichen Vernehmung sprach der Angeklagte von einem Komplott gegen ihn.