DIFFERDINGEN
GASTON FREYMANN

Differdingen: Umgehungsstraße vorgestellt - Trasse läuft über Industriebrache

Groß war das Interesse bei der Differdinger Bevölkerung, als am Donnerstagabend in Gegenwart von Infrastrukturminister François Bausch das Projekt „Umgehungsstraße für Differdingen“ vorgestellt wurde. Nach über 15 Jahren Wartezeit tue sich endlich etwas Konkretes, so Bürgermeister Roberto Traversini bei der Begrüßung, der sich erhofft mit diesem Projekt das Verkehrsproblem in der drittgrößten Stadt des Landes endlich in den Griff zu bekommen.

Traversini will ein komplettes Verkehrskonzept für den Stadtteil Foussbann erwirken, wobei er den Wunsch ausdrückte, dass die Emile-Mark-Straße, die er als wichtige Zubringerstraße bezeichnete, wieder in den Besitz der Gemeinde zu geben, um es so zu ermöglichen, hier eine Tempo-30- Zone einzuführen.

Stadtplanerische Verbesserung

In den Augen von Minister Bausch, soll sich in Differdingen die Infrastruktur mäßig verbessern. Er sprach sowohl von Projekten im Rahmen der „Sanften Mobilität“ als auch über den Umbau des Bahnhofs Differdingen, den er als wichtiges Projekt in Sachen Verkehrsführung und stadträumliche Verbesserung bezeichnete.

Die Umgehungsstraße stellt eine direkte Verbindung her zwischen der rue Woiwre, in Höhe der dort befindlichen Tankstelle, wo ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 44 Meter mit Verteilungsfunktion entstehen wird. Die einen Kilometer lange Trasse führt über die Industriebrache von ArcelorMittal bis in den Stadtkern hinein. Dort mündet sie in der Höhe der Feuerwache in die Emile-Mark-Straße.

Die „Rocade de Differdange“ soll zum einen eine direkte Verbindung zwischen der Stadtmitte und der A13 (Collectrice du Sud) herstellen und zum anderen gleichzeitig die Lebensqualität der Einwohner des „Fousbann“ erhöhen.

Drei Jahre Bauzeit

Für François Bausch sind drei Jahre Bauzeit für einen Kilometer Straße außerordentlich lang. Er wies jedoch auf die Komplexität der Arbeiten hin: Immerhin befinde man sich hier auf einem Industriestandort, wo man permanent mit Überraschungen rechnen müsse. Auf einer Distanz von 450 Meter wird eine Schallschutzmauer gebaut werden und entlang der Straße und auf dem hier befindlichen ehemaligen Fußballfeld entsteht ein 1,8 Hektar großer Park.

Das Gesamtprojekt dürfte mit zehn Millionen Euro zu Buche schlagen. Gleichzeitig wird das Abwassersyndikat SIACH in das Projekt miteingebunden und es werden Arbeiten verrichtet, die sich nicht ausschließlich auf die Stadt Differdingen und die Umgehungsstraße beziehen. Laut SIACH-Direktor Raymond Erpelding handelt es sich um eine zusätzliche Investition von insgesamt 16 Millionen Euro, wovon 4,8 Millionen Euro zu Lasten der Gemeinde Differdingen gehen werden.

Laut der Straßenbauverwaltung soll die Umgehungsstraße im Herbst 2017 für den Verkehr freigegeben werden.