FRANK VRANKEN

Nach einem Anstieg von 17 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres - dem größten Quartalszuwachs seit 1986 - pendelt sich der Goldpreis allmählich ein. Die Faktoren, die für die Aufwärtsentwicklung der Preise verantwortlich sind, dürften jedoch weiterhin einen stützenden Effekt haben.

Zwei wichtige Variablen sind für Gold relevant: die Realzinsen und der Wert des US-Dollars. Die Realzinsen spiegeln die sogenannten „Opportunitätskosten“ der Anlage in Gold wider, weil bei Gold weder Kupons, noch Dividenden gezahlt werden. Solange die Zinssätze weltweit so niedrig sind wie aktuell, lassen sich die Opportunitätskosten für Anlagen in das gelbe Metall vernachlässigen.
Fed-Chefin Janet Yellen blickt weiter optimistisch auf die US-Wirtschaft, schlägt aber hinsichtlich künftiger Zinsanhebungen moderate Töne an. Diese Haltung lässt darauf schließen, dass die Leitzinsen in diesem Jahr weniger oft angehoben werden dürften als zunächst erwartet; in Europa verharren die Zinssätze im negativen Bereich. Gold wird daher weiterhin von den weltweit niedrigen Zinsen profitieren.

Damit kommen wir zum US-Dollar, der wichtigsten Reservewährung der Welt und unmittelbarem Konkurrenten von Gold. Wenn sich der US-Dollar abschwächt, flüchten sich die Anleger gerne in den sicheren Hafen Gold. Zeigt die US-Wirtschaft inflationäre Tendenzen - was die Kaufkraft des Dollars mindert - sind die Anleger ebenfalls stärker geneigt, Gold zu kaufen.

Vor Kurzem war in den USA eine Rückkehr zu solchen Trends zu beobachten: Die Kerninflation stieg in den zwölf Monaten bis Februar 2016 um 2,3 Prozent. Das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß - der PCE-Index für persönliche Konsumausgaben - kletterte im selben Zeitraum um 1,7 Prozent nach oben. Wie bereits erwähnt, scheint es die Fed mit ihren Zinsanhebungen nicht eilig zu haben. Das Missverhältnis von steigender Inflation und hartnäckig niedrigen Zinsen würde demzufolge den Dollar schwächen.

Die jüngsten Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi lassen darauf schließen, dass an der Zinsfront das Ende der Fahnenstange erreicht ist - was dazu führte, dass der Euro gegenüber allen anderen Währungen, einschließlich des Dollars, zulegte. Da die Anleger heute meist in US-Dollar übergewichtet sind, kann es für die amerikanische Währung nur dann aufwärts gehen, wenn sie von positiven Meldungen unterstützt wird. Bislang ist das noch nicht geschehen.

Die Fundamentaldaten wie Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizite zeigen momentan leichte Vorteile für Europa gegenüber den USA. Die einzige Möglichkeit, diesen Unterschied auszugleichen, wäre ein stetiger Kapitalzufluss in die USA. Jetzt, wo das Handelsbilanzdefizit in den USA immer größer wird, fließt das Kapital allerdings in die entgegengesetzte Richtung.

Im Endergebnis könnte sich der US-Dollar möglicherweise weiter abschwächen, was wiederum vorteilhaft für Gold wäre. Was im aktuellen Kontext vielleicht am wichtigsten ist: Wir müssen Gold als eine Versicherung gegen Marktschwankungen sehen. Oft als Anlage für Pessimisten beschrieben, ist Gold ein Zufluchtsort für all diejenigen, denen die beiden jüngsten Schocks an den weltweiten Aktienmärkten Angst gemacht haben. Da es bei der Aktienperformance weiter auf und ab gehen wird, sehen wir hier ein weiteres Argument für eine weitere Erholung des Goldpreises.

Ein Tochterunternehmen der KBL epb

Puilaetco Dewaay Private Bankers

Puilaetco Dewaay Private Bankers in Brüssel ist eines von acht Tochterunternehmen der KBL European Private Bankers mit Hauptsitz in Luxemburg. KBL European Private Bankers (KBL epb) wurde 1949 in Luxemburg als Kredietbank gegründet und hat 2.200 Mitarbeiter, davon rund 930 in Luxemburg. Puilaetco Dewaay Private Bankers ist seit 1988 in Luxemburg vertreten und mit der Banque Puilaetco (Luxembourg) S.A. seit 2001. Puilaetco Dewaay Private Bankers gehört seit 2004 zu KBL epb. In Luxemburg beschäftigt die Bank 24 Mitarbeiter.