PASCAL BERCHEM

Dieselgate, der Abgasskandal um manipulierte Dieselwagen, zieht immer weitere Kreise. Der Betrug am Kunden ist enorm, weshalb auch einige Verbände und Organisationen vor Gericht ziehen oder Anzeige erstatten wollen. So auch die „Touring Association Luxembourg Asbl“, die vergangene Woche die Facebook-Initiative „Dieselgate.lu“ gestartet haben, um gemeinsam mit betroffenen Verbrauchern vorzugehen. Hierzu der Präsident der TAL, Pascal Berchem.

„Wenn  man beobachtet, wie die Politik und die Autoindustrie mit dem Skandal umgehen, dann muss man feststellen, dass lediglich versucht wird das Ganze herunter zu spielen. Die Verantwortlichen wollen sich aus der Verantwortung ziehen und das kann einfach nicht sein.

Es wurde ein massiver Betrug am Kunden begangen. Ihm wurde versprochen, dass sein Wagen umweltfreundlich ist. Das war gelogen. Jetzt wird er im Regen stehen gelassen und muss etwa fürchten, dass Fahrverbote für die betroffenen Dieselfahrzeuge verhängt werden. Der Wertverlust der Wagen ist noch nicht abzuschätzen und auch die Anleger, die in den Konzern investiert und vertraut haben, wurden betrogen.

Je mehr über das Ausmaß dieses Skandals bekannt wird, desto klarer erkennt man, dass es sich hierbei um organisierte Kriminalität handelt. Ein Kartell, das sich über Jahre abgesprochen hat, um weniger in Innovation investieren zu müssen und am Ende mehr Geld zu verdienen. In erster Linie streben wir jedoch keinen finanziellen Ausgleich für den klar verursachten Schaden an, da wir nicht der Auffassung sind, dass das der Weg ist, den wir als ‚Touring Association Luxembourg Asbl‘ gehen wollen. Diesen verfolgen bereits andere Organisationen und Verbände, die sich mit unseren Bemühungen ergänzen. Vielmehr verlangen wir Gerechtigkeit für die mehr als 31.000 betrogenen Kunden in Luxemburg. Wir wollen dass die Verantwortlichen für ihr Handeln geradestehen müssen und vor Gericht kommen. Die Justiz muss in diesem Fall endlich entsprechend aktiv werden. Zwar hat der luxemburgische Staat mittlerweile Anzeige erstattet, allerdings gegen Unbekannt. Da wir aber der Meinung sind, dass es  die Volkswagen AG ist, die es anzuzeigen gilt, werden wir dies nun selber tun, und zwar gemeinsam mit betroffen Kunden aus Luxemburg.

Denn es kann nicht sein, dass die betroffenen Autohersteller nun einfach ein Update aufspielen und damit ist es getan. Auch mit einem solchen Update entsprechen die Fahrzeuge nicht jenen Standards, die zuvor von den Herstellern angegeben wurden. Dabei gibt es andere Möglichkeiten, um die betroffenen Wagen sauberer zu machen. Die Hersteller betreiben allerdings lediglich Augenwischerei und wollen möglichst wenig für die Schadensbewältigung ausgeben.

Hinzu kommt noch, dass wenn wir jetzt nicht mit allen möglichen Mitteln versuchen, dass die jeweiligen Personen ihre Verantwortung übernehmen, wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft ähnliche Betrügereien gegenüber Kunden sehen werden.  Wer sich an der Anzeige beteiligen will, findet alle nötigen Informationen unter www.dieselgate.lu. Angestrebt ist bis etwa Mitte Oktober mindestens  1.000 betroffene Verbraucher zu versammeln. Die Kosten für die Anklageschrift und die erste Instanz werden über die Jahresmitgliedschaft für die ‚Touring Association Luxembourg Asbl‘ von 49 Euro bezahlt.“