LUXEMBURG
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Mit schwindenden Lebensräumen geraten immer mehr Vogelarten unter Druck

Auch dem ADR-Abgeordneten Jeff Engelen bereitet der Rückgang der Vogelbevölkerung Sorgen. Nun wollte er von Umweltministerin Carole Dieschbourg wissen, welche Umstände hinter der Abnahme verschiedener Arten stecken. In seiner Frage meint er, die intensivere Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden sei sicher nicht allein Ursache. Man müsse auch feststellen, dass die Populationen von Allesfressern und Raubtieren steigen. 

Das könne sie allerdings nicht bestätigen, schreibt die Ministerin dazu. Ganz im Gegenteil seien auch Raubvögel und fleischfressende Säugetiere von der Zerstörung, Verarmung und Zerschneidung natürlicher Lebensräume bedroht. Auch bei den noch relativ häufigen Räubern Fuchs und Steinmarder würden die Populationen lediglich stabil bleiben.  

Als weiteren Faktor für den Biodiversitätsverlust führt Carole Dieschbourg die Einführung nicht-heimischer Arten auf.  

Natur-„Reporting“ alle sechs Jahre

Aber zurück zu den Vögeln: Wie alle anderen EU-Mitgliedstaaten sei auch Luxemburg verpflichtet, im Rahmen eines „Reportings“ alle sechs Jahre die Lage der Natur und also auch den wilden Vogelarten nach Brüssel zu melden. Diese Analyse werde vom Umweltministerium und dem „Luxembourg Institute of Science and Technology“ (LIST) im Zusammenspiel mit einer Reihe von Experten, etwa aus dem „naturmusée“ und der „Centrale Ornithologique“ ausgeführt. Ferner verfüge das Großherzogtum auch über ein „Observatoire de l’Environnement Naturel“.  

Aus dem „Reporting“ von 2019 ergebe sich folgendes Bild: bei 39 Vogelarten sei die Intensivierung der Landwirtschaft eine der Hauptursachen für den Bevölkerungsrückgang, bei 20 die immer stärkere Bebauung von Flächen und bei zehn die Änderung des Lebensumfelds. Nur bei drei Arten wurde eine verstärkte Bedrohung durch Raubtiere als eine der Ursachen der Abnahme der Populationen ausgemacht.  

Zu den Schutzmaßnahmen gehört der gesetzliche Schutz der Arten, ihrer Brutstätten und Nahrungslebensräume, die systematische Ausweisung von Naturschutzgebieten, die Förderung der Bio-Landwirtschaft und einer naturnahen Forstwirtschaft sowie das Ökopunkte-Kompensierungssystem. Die Maßnahmen seien im Detail im nationalen Naturschutzplan von 2017 nachzulesen.