LUXEMBURG
MARA KROTH

In Zeiten von Selbst- Isolation brauchen Menschen in der Risikogruppe Unterstützung von außerhalb. Mara Kroth und Johannes Heuschkel von der Asbl GoldenMe haben eine Hilfsaktion für ältere Menschen gestartet, an der sich alle beteiligen können. Hier erklärt Kroth, warum.

„Auch vor Corona-Zeiten waren einige ältere Menschen isoliert und hatten wenig sozialen Kontakt. Nun spitzt sich die Lage jedoch zu: Je älter, desto eher sollte man sich man sich selbst isolieren und soziale Kontakte vermeiden. Ab 65 Jahren gehört man zu der Risikogruppe. Das gilt genauso für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs oder chronischen Atemwegserkrankungen, so das luxemburgische Gesundheitsministerium. Wie kann die Versorgung dieser Menschen gesichert werden, wenn Selbst-Isolation nötig ist?

Mein Kollege Johannes Heuschkel und ich haben schon vor Längerem die Asbl GoldenMe gegründet, die zum Ziel hat, Einsamkeit und soziale isolation im Alter zu bekämpfen und ihr vorzubeugen. Wegen des Coronavirus haben wir überlegt: Wie können Menschen aus der Risikogruppe Unterstützung aus dem direkten Umfeld erhalten?

Daher haben wir die Kampagne #ZesummenStattAleng gestartet und ein Schreiben aufgesetzt, mit welchem jüngere, nicht betroffene Menschen den Älteren, Betroffenen Hilfe anbieten können. Darauf steht, dass Hilfe beim Einkaufen, dem Gang zur Apotheke oder anderen Besorgungen bereitgestellt wird, man solle lediglich einen Zettel mit der eigenen Telefonnummer vor der Haustür des Helfenden ablegen. Der Zettel kann im Hausflur oder der Eingangstür ausgehangen werden oder im Briefkasten von bekannten älteren Nachbarn landen. Da wir uns in Luxemburg befinden, haben wir das Schreiben auf Französisch, Deutsch, Portugiesisch und Englisch übersetzt und es als PDF zum Download bereitgestellt.

Seit Freitag haben wir über 30.000 Menschen auf Facebook erreicht und der Beitrag wurde über 170 Mal geteilt. Aber nicht alle Bedürftigen können so erreicht werden. Außerdem fehlen Mitarbeiter bei den Sozialdiensten, da viele Kinder haben und zuhause bleiben müssen. Also haben wir einen zweiten Schritt eingeleitet: die Facebook Gruppe ‚Quarantine Volunteer Support by GoldenMe‘ ist ausschließlich für Helfende und Hilfe-Suchende gedacht. Nach dem Beitritt kann man ein Formular ausfüllen. Wir stehen im Kontakt mit dem Escher Bibbs und dem Service Senior in Differdingen. Unser nächstes Ziel ist es, systematisch Freiwillige und die offiziellen Stellen zu verbinden, sodass helfende Hände optimal genutzt werden kann.“

Infos gibt es auf unserer Facebook – Seite „GoldenMe Luxembourg“ oder auf unserer Webseite www.goldenme.me im Blogeintrag.