LUXEMBURG
LJ

Zwei Kanonen der Festung Luxemburg ab Ende Juni im „Musée Dräi Eechelen“ ausgestellt

Im „Musée Dräi Eechelen“ (M3E) laufen derzeit die Vorbereitungen der neuen Sonderausstellung „Et wor emol ee Kanonéier - Die Artillerie in Luxemburg“ - die Eröffnung ist für Mittwoch, den 26. Juni vorgesehen - auf Hochtouren. Gestern Vormittag nun wurden zwei der drei Kanonen der einst mächtigen Festung Luxemburg vor dem M3E zusammengebaut, bevor sie über die Zugbrücke zu ihrem Standort im Museum gebracht wurden. Die beiden, 1834 hergestellten Kanonen stellen die Prunkstücke der Ausstellung dar. Die erste Kanone, die vom „Luxembourg City Tourist Office“ (LCTO) zur Verfügung gestellt wird, wird im M3E bleiben, bis die Petruss-Kasematten wiedereröffnet werden. Die zweite Kanone, die aus den Kollektionen des Museums stammt, wird eine definitive Bleibe unter den historischen Gewölbe der Räume des ehemaligen „Fort Thüngen“ finden. Die beiden Überbleibsel des nationalen Waffenlagers sind gerade zurück aus einem spezialisierten Schreineratelier in Bensheim (Deutschland), wo sie instand gesetzt wurden. Hier wurden auch die Lafetten (die Fahrgestelle aus Holz) detailgetreu nachgebaut. Ein Kanonenrohr aus Bronze wiegt übrigens 300 Kilogramm.

Zur Ausstellung„Et wor emol ee Kanonéier“

Zurück zur Ausstellung „Et wor emol e Kanonéier - Die Artillerie in Luxemburg“, die vom 26. Juni bis 22. März 2020 im M3E zu sehen ein wird: Wussten Sie, dass aus der Festung Luxemburg ,mit ihren 170 Kanonen eine der mächtigsten Festungen Europas, nur drei Kanonen erhalten sind?

Die Artillerie war ein Schlüsselelement der Festungen, führte die Verstärkung der Feuerkraft doch zu steten Verbesserungen in der Verteidigungskunst. Bastionen, Kasematten, Forts, Pulvermagazine, Kugelgärten, Wagenhäuser für Lafetten, Laboratorien, Gießereien, Kasernen für die Artillerie - alles drehte sich um den alltäglichen Umgang mit den schweren Geschützen. Nach wie vor beflügeln Kanonen die Fantasie. Beginnend mit der abenteuerlichen Geschichte eines dreipfündigen Geschützes, das zum letzten Mal bei den 101 Salutschüssen anlässlich der Geburt von Großherzog Jeans am 5. Januar 1921 abgefeuert wurde, wird die Ausstellung die Entwicklung der Artillerie in Luxemburg vom ausgehenden Mittelalter bis in die Moderne zeigen.

Im Laufe der burgundischen, spanischen, französischen, österreichischen, holländischen und preußischen Herrschaft und durch zwei Feuertaufen hindurch - die Belagerungen von 1684 und die Blockade 1795 - wurden die Geschütze erobert und zurückerobert, getauscht, verkauft und eingeschmolzen.