LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Wiseler-Partei wird wohl auch die nächsten fünf Jahre in der Opposition verbringen müssen

Am Anfang des Abends war noch Hoffnung da, aber je später es wurde, desto länger wurden die Gesichter. Die Rede geht von der größten Oppositionspartei, die gestern in den Bonneweger Rotunden eigentlich eine Wahlparty feiern wollte, nun aber mit ziemlicher Sicherheit auch in den kommenden fünf Jahren mit der harten Oppositionsbank vorliebnehmen muss. So hat die CSV, die ja bekanntlich angetreten war, Xavier Bettel vom Stuhl des Regierungschefs zu schmeißen, und die bislang 23 Sitze hatte, zwei Sitze verloren und hat gegenüber den Wahlen von 2013 auf nationaler Ebene nicht weniger als 5,37 Prozent der Stimmen verloren. Sogar 6,17 Prozent im Zentrumsbezirk, wo Spitzenkandidat Claude Wiseler angetreten war. Im Osten verlor die CSV 7, 5 Prozent, im Norden 1,46 Prozent und im Süden 5,33 Prozent.

Claude Wiseler kommt auf 27.388 Stimmen, 3.386 Stimmen weniger als DP-Spitzenkandidat und Premier Xavier Bettel. Zweitgewählter im Zentrumsbezirk, wo die CSV ein Sitz verloren hat, ist Serge Wilmes mit 20.809 Stimmen, gefolgt von Diane Adehm (18.010), Viviane Reding (17.922), Marc Lies (17.573), Laurent Mosar (17.210) und Paul Galles (16.942). Die bisherige Abgeordnete Claudine Konsbrück, die erst im Juli für Marcel Oberweis nachrückte, wurde nicht wiedergewählt.

Im Ostbezirk wurden Françoise Hetto-Gaasch (12.150), Octavie Modert (10.222) und Léon Gloden (9.754) wiedergewählt; im Norden Martine Hansen (20.249), Marco Schank (14.096), Emile Eicher (12.956) und Aly Kaes (12.198). Erstgewählter im Südbezirk, wo die CSV ebenfalls ein Sitz eingebüßt hat, ist Parteipräsident Marc Spauth (28.686), gefolgt von Félix Eischen (25.893), dem Escher Bürgermeister Georges Mischo (25.388), der erstmals in die Abgeordnetenkammer einzieht, Michel Wolter (24.069), Jean-Marie Halsdorf (23.854), Gilles Roth (23.847) und Nancy Kemp-Arendt (23.803). Der bisherige Abgeordnete und CSV-Generalsekretär Laurent Zeimet wurde nicht wiedergewählt, genauso wenig wie die Abgeordnete Sylvie Andrich-Duval.

Spitzenkandidat Wiseler, der sich den ganzen Abend nicht in den Rotunden blicken ließ, trat erst nach 22.30 vor die Parteimilitanten, die sowieso schon den ganzen Abend griesgrämig herumsaßen, um zu unterstreichen, dass es jetzt darum gehe, eine stabile Mehrheit herauszufinden, und aus dieser eine stabile Regierung zu bilden. Stärkste Partei in Luxemburg zu sein, sei in den Augen der CSV jedoch ein klarer und deutlicher Auftrag, um hierzulande die Politik zu gestalten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...