LUXEMBURG
LJ

Schulschöffin Mart stellte die Schulorganisation 2015/2016 im Rat der Hauptstadt vor

4.830 Kinder werden im nächsten Schuljahr voraussichtlich die öffentlichen Schulen in der Hauptstadt besuchen. Wie Schulschöffin Colette Mart betonte, sei es das Anliegen des Schöffenrates, allen Schülern die Chance zu bieten, die Schule mit Erfolg abzuschließen. Neben dem schulischen Angebot bieten die Schulen der Stadt den Schülern denn auch eine Vielzahl zusätzlicher non-formaler Bildungsmöglichkeiten sowie medizinische und soziale Rahmendienste.

Kinder mit Über- und Untergewicht

Im schulmedizinischen Bereich werden alle Neuschüler einer ärztlichen Vorsorgeuntersuchung unterzogen. Allgemein konnten bei den schulmedizinischen Untersuchungen 16 Prozent Schüler mit Übergewicht ausgemacht werden, aber auch etliche Schüler, die Untergewicht hatten. Eine Reihe von Kindern (29) wiesen Verzögerungen in der Entwicklung auf, in 140 Fällen wurde im letzten Schuljahr einem Verdacht auf Misshandlung nachgegangen. Die Dienststelle für Schulmedizin leistet denn auch präventive Arbeit, indem sie mit dem Sportservice der Stadt zusammen ein Sportprogramm für schwergewichtige Kinder anbietet. Präventive Arbeit wird ebenso im Bereich gesunde Ernährung geleistet.

Einen wichtigen Aspekt in der außerschulischen Betreuung stellen die „Foyers scolaires“ dar, wie die „Maisons relais“ in der Hauptstadt heißen. Hier waren im vergangenen Jahr 2.820 Schülerinnen und Schüler eingeschrieben, die von 362 Mitarbeitern betreut wurden. Wenn zur Zeit 51 Kinder auf der Warteliste stehen, so wird in Bälde Abhilfe geschaffen. Unter anderem ist vorgesehen, das Foyer scolaire in Eich, in dem es noch freie Plätze gibt, für Kinder zu öffnen, die nicht in diesem Stadtteil wohnen. Viel Wert wird auf eine gute Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den Foyers scolaires gelegt, die unter anderem im „Plan d’encadrement périscolaire“ dokumentiert ist, und die, so Colette Mart, noch verstärkt werden soll.

Allgemeinbildung

Im non-formalen Bildungsbereich hob die Stadtschöffin in ihrem gestrigen Redebeitrag die Dienste Centre Verdi (Musik), Activités-nature (Erfahrungen in der Natur) und CAPEL (Projektarbeit mit Kindern zu gesellschaftlichen und allgemein bildenden Themen, Freizeitaktivitäten usw.) hervor. Auch die Arbeit im Jugendbereich, die das CAPEL unter anderem aufgrund der Ausbildung von Animateuren im Rahmen der „Aktioun Bambësch“ leistet, wurde von der Schöffin erwähnt. Sie listete schließlich die Bauvorhaben für die Schul- und Betreuungseinrichtungen auf, was verdeutlichte, dass quasi in jedem Stadtviertel an der Erneuerung und Anpassung der baulichen Substanz gearbeitet wird. Hier sei erwähnt, dass die Stadt seit einigen Jahren weit mehr auf zentrale, denn auf kleine Strukturen setzt, und jetzt ebenfalls eine - zumindest räumliche - Zusammenlegung von Schule und Foyer scolaire in den jeweiligen Vierteln anstrebt.

Schöffin Mart nannte einige Projekte zur Modernisierung der Schullandschaft, die ihr besonders am Herzen liegen, da in der Koalitionsvereinbarung festgehalten: Das Projekt „Bëschspillschoul“ soll in Dommeldingen entstehen, das entsprechende Bauprojekt ist in Ausarbeitung. Eine erste Ausgabe der Newsletter über die öffentliche Schule und ihr Umfeld wurde vor kurzem veröffentlicht, eine zweite Ausgabe soll demnächst folgen. Die Medienerziehung in den Schulen wurde vorangetrieben, dies durch Interventionen der Vereinigung Bee Secure in den Schulklassen. Auch der sexuellen Erziehung wurde mehr Platz eingeräumt. Anfang nächsten Jahres soll es Schulstunden für hochbegabte Kinder geben, die von einer Spezialkommission ausgewählt werden. Das Projekt „Ganztagsschule“ soll entweder in Luxemburg-Gare oder Hollerich verwirklicht werden. Da hier aber eventuell ein Neubau nötig ist, verzögert sich die anfangs für 2016 geplante Umsetzung.

Am kommenden Freitag werden die Gemeinderäte Stellung zur Schulorganisation 2015-2016 nehmen.

Neudorf-Brücke ein Thema

Im Rahmen der gestrigen Fragestunde im Gemeinderat erkundigten sich die Räte Bauer, Mergen und Foetz nach der Brücke über dem Neudorf. Die betroffenen Syndikate fühlten sich angeblich im Entscheidungsprozess übergangen. Dem sei aber keineswegs so, stellte Schöffin Sam Tanson fest. Der Schöffenrat habe bei einer Informationsversammlung lediglich einen Vorschlag unterbreitet, und habe alle Anmerkungen notiert. Man werde „seine Hausaufgaben“ machen, so die Schöffin, und im Herbst ein Projekt vorlegen, das dem Rechnung trage. Entschieden sei noch nichts.

Dass der Dienst „Call-a-bus“ jetzt sechs Euro - statt zuvor fünf Euro - kostet, steht nunmehr auf allen Plakaten, die für diese Dienstleistung werben. Die alten Plakate seien am 1. Juni im Zuge der Reorganisation des Busfahrplans ausgewechselt worden, so Sam Tanson auf eine weitere Frage von Rat Bauer. Das „Melusina“ hat nur mehr einige Wochen Zeit, um eine Kommodo-Inkommodo-Anfrage an den Schöffenrat einzureichen, die alle gewünschten Angaben enthält. Dies bestätigte Bürgermeisterin Polfer in Beantwortung einer Frage von Rat Foetz.

Bislang wurden von der Stadt sechs Labels für Häuser vergeben, die bei der Vermietung von möblierten Zimmern Gesetze und Regeln einhalten. Weitere drei Labels würden demnächst hinzukommen, so Schöffin Loschetter in Beantwortung einer entsprechenden Frage von Rat Tom Krieps. Die Einhaltung der Bestimmungen werde denn auch regelmäßig von der Stadt kontrolliert, die eng mit der Spezialeinheit der Polizei zusammenarbeite.

Unter dem Punkt „Verkehr“ war zu erfahren, dass die längeren Arbeiten in der „Kapuzinergaas“ noch gestern abgeschlossen wurden. Die Baustelle nun aber zur Rue des Bains und bis zur Avenue Pescatore und dem Schuman-Platz hin verlagert werde. Creos verlege hier neue Leitungen, die Stadt schließe sich mit ihren Infrastrukturen an. Dass im Herbst ein Teil der „Rout Bréck“ geschlossen wird, ist laut Worten von Sam Tanson auf die Verstärkungsarbeiten zurückzuführen, die im Rahmen des Tramprojekts nötig sind.