LUXEMBURG
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Raketenflüge für Touristen sind noch Utopie

Flugzeuge mit Raketenantrieben auszurüsten, um damit Weltraumflüge durchzuführen, das gab vor einigen Jahren der britische Milliardär und Virgin-Gründer Richard Branson als Ziel aus. Ganz neu ist die Idee nicht. Schon in den 1950er Jahren begann die US Air Force damit, solche „Raketenflugzeuge“ zu testen. Mit dem X-15, von dem drei Stück gebaut wurde, wurde 1967 mit 7.274 Kilometer pro Stunde ein beeindruckender Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Eine der X-15 Testpiloten wurde später als erster Mensch auf dem Mond bekannt: Neil Armstrong.

Das Prinzip des X-15 greift nun Virgin Galactic mit dem „SpaceShipTwo“ auf: Das eigentliche Raketenflugzeug wird von einem zweiten Flugzeug erst in taugliche Flughöhe gebracht. Damit sollen zuerst suborbitale Flüge durchgeführt werden, später soll das Flugzeug auch zu Weltraumflügen dienen, wenn es nach Branson geht.

Tatsächlich gab es schon touristische Weltraumflüge, allerdings mussten die Reisenden, die mit geplanten Sojus-Flügen mitflogen, zuvor die medizinischen Tests absolvieren und pro Reise einen zweistelligen Millionenbertrag auf den Tisch legen.

Erfolgreicher Testflug

Kürzlich konnte Virgin Galactic - nach einigen Rückschlägen mit Toten beim Test eines neuen Raketentriebwerks - in der amerikanischen Mojave-Wüste einen erfolgreichen Testflug absolvieren. Branson glaubt fest daran, mit seinem Unternehmen irgendwann Touristen ins All fliegen zu können. Um genau zu sein: Zahlungskräftigen Kunden - das Ticket soll 250.000 Dollar kosten - dürfen dann mit dem Flugzeug in der Stratosphäre einige Sekunden lang die Schwerelosigkeit erleben, mehr auch nicht. Denn echte Reisen ins Weltall, zum Beispiel zum Mond oder zum Mars, verursachen enorme Kosten und sind technisch weitaus aufwendiger.

Dennoch scheint beispielsweise Saudi Arabien an Virgin Galactic zu glauben: Letzten Oktober kündigten die Araber eine Investition von einer Milliarde Euro in Bransons Unternehmen an. Saudi Arabien geht es dabei wohl vor allem um die Entwicklung kommerzieller Überschall-Flüge. Branson selbst will etwa 100 Millionen Dollar in sein Projekt stecken. Ähnliches hat auch SpaceX-Chef Elon Musk vor. Schon in wenigen Jahren soll SpaceX zuerst Ausrüstung und später auch Menschen auf den Mars bringen, wie Musk sagte. Ende dieses Jahr oder Anfang nächstes Jahr soll die dazu entwickelte Mars-Rakete getestet werden.

Nächster SpaceX-Start mit Luxemburger Satelliten an Bord

Begleitet von Ministerpräsident Xavier Bettel und Wirtschaftsminister Etienne Schneider werden am Dienstag - sofern die Wetterverhältnisse mitspielen - Erbgroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie den Start des ersten GovSat-Satelliten von Cape Canaveral in Florida aus miterleben. Der rund 4,2 Tonnen schwere Kommunikationssatellit wurde Anfang des Monats in die Vereinigten Staaten gebracht

Der Start mit einer Falcon 9 von SpaceX ist im Zeitfenster von 22.00 bis 23.00 Uhr (Ortszeit Luxemburg) vorgesehen und wird auf www.spacex.com live übertragen.

Der Satellit wird von GovSat betrieben, einem 2015 gegründeten öffentlich-privaten Joint Venture zwischen dem luxemburgischen Staat und SES, dem weltweit führenden Satellitenbetreiber mit Sitz in Betzdorf.

Die Mission von GovSat besteht in der Bereitstellung sicherer und zuverlässiger Satellitenkommunikationsfunktionen für militärische und zivile Zwecke; Partnerländer sowie internationale Organisationen wie NATO und EU können Frequenzen des kaufen. MM