LUXEMBURG
THIBAULT DE BARSY

Vor rund einem Monat stellte Thibault de Barsy, Ex-Chef der Keytrade Bank und nun General Manager und Vizepräsident der Emerging Payments Association EU ASBL, seinen Verein der Öffentlichkeit vor. Seither kam es zu einigen Fragen, denn der Bankenverband ABBL unterhält seinerseits den „Digital Banking and FinTech Innovation Cluster“ mit über 50 Mitgliedern, der sich um Fragen wie Digitalisierung und den Einfluss auf FinTech kümmert. Doppelt gemoppelt? De Barsy sieht das nicht so.

„Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zur ABBL. Wir sind ein europäischer Verband, der auf Zahlungen spezialisiert ist. Wir wurden vor zehn Jahren in London gegründet und unsere Aktivitäten zielen auf Europa, nicht nur auf Luxemburg. Wir zählen schon rund 150 Mitglieder. Wegen des Brexits ist es für eine Reihe von Mitgliedern außerhalb Londons interessanter. Wir sind hierhergekommen, weil uns Luxembourg for Finance (LFF) von den Vorteilen Luxemburgs überzeugt hat. Dabei hat es natürlich eine Rolle gespielt, dass große Unternehmen wie Amazon Payments bei uns schon Mitglied sind. Weiter sind Visa, Mastercard, die Kanzlei Schiltz&Schiltz sowie die Mitgründer LFF und Banking Circle dabei.

Den Mitgliedern bieten wir Events in London, im Juni auch in Luxemburg, im September in Brüssel, im Oktober in Amsterdam und im November in Paris – so es denn das Virus zulässt. Im Moment halten wir die Agenda ein. In London haben wir acht Projekte, an denen auch unsere EU-Mitglieder teilnehmen können wie Zahlung im internationalen Handel oder Cyberkriminalität. In Luxemburg selbst werden wir zwei Projekte durchführen: Das eine Projekt ist ‚European Union Landscape‘, bei dem es um die Entwicklung des Zahlungssektors in Europa geht, da es viele Unterschiede zwischen den Ländern gibt. Das zweite Projekt ist der Bericht über die finanzielle Kriminalität.

Wir haben Mitglieder, die Projekte als Sponsor finanzieren, andere können dazu kommen und einen Beitrag leisten. Oft geht es dabei um White Papers oder Antworten auf öffentliche Anfragen. In London beispielsweise arbeiten verschiedene Partner beim Thema Betrug zusammen. Das ist praktisch und hat schon Ergebnisse gebracht. Ebenfalls günstig ist der Sitz im Luxembourg House of Financial Technology.

Wir sehen uns als Schwesterorganisation von London, nutzen aber Ressourcen und Marken in Luxemburg. Die britischen Mitglieder sind eingeladen, die doppelte Mitgliedschaft anzunehmen. Der Beitrag beginnt bei 9.900 Euro, abhängig vom Service und von der Stärke des Mitgliedernetzes.

Das Coronavirus hat unsere Tätigkeit bislang nicht eingeschränkt, wir machen einfach mit Conference Calls und Ähnlichem weiter. Alles, was digital ist, ist ohnehin eher langfristig und es steht in enger Verbindung mit der Entwicklung großer Digitalunternehmen. Die Zahlungen hier sind relativ krisensicher, denn wir befinden uns hier im Herzen der Änderung des Konsumentenverhaltens.“