LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Gericht verhandelt über Disko-Massenschlägerei von Petingen

Seit Dienstag verhandelt die Kriminalkammer Luxemburg den Fall einer Massenschlägerei, die sich in einer Diskothek in Petingen zugetragen hat. Sieben Personen stehen wegen Körperverletzung vor Gericht. Zwei von ihnen sind Türsteher der Diskothek. Einem der Streithähne wird gar versuchter Totschlag vorgeworfen. Die Hintergründe für die Massenschlägerei sind laut Polizei noch immer ziemlich unklar.

Durch Zufall verhaftet

Viel Arbeit hatte die Polizei in Petingen am frühen Morgen des 31. März 2013: Gegen 5.40 wurden die Beamten des Kommissariats in Differdingen alarmiert, dass vor einer Diskothek in Petingen eine Massenschlägerei im Gange sei. Sechs Funkstreifen aus Petingen, Differdingen und Esch/Alzette waren daraufhin im Einsatz. Als die ersten Streifenwagen an der Disco eintrafen, waren nach Polizeiangaben über 30 Personen in die Prügelei verwickelt. Erst durch das Einschreiten der Ordnungshüter, die noch durch Beamte umliegender Dienststellen verstärkt wurden, gelang es, die Kontrahenten zu trennen.

Nach den Videoanalysen schätzte die Polizei die Zahl der Verletzten auf sieben Personen, die zum Zeitpunkt namentlich noch nicht alle bekannt waren. Erst durch einen Zufall konnten die Ermittler drei der mutmaßlichen Täter festnehmen. Sie waren den Polizisten bei einer Polizeikontrolle in einem BMW aufgefallen. Kurze Zeit später wurden weitere vier ermittelt.

Wie es zu dem Streit kam, der schlussendlich in der Massenschlägerei endete, war zunächst offen, wie der Ermittler erklärte. Nach ersten Ermittlungen war es in der Diskothek zum Streit gekommen, weil einem Gast ein Päckchen Zigaretten abhanden gekommen war. Dann kam es zu Pöbeleien zwischen einer Gruppe junger Männer aus Athus und anderen angereisten Gästen. Beide Gruppen waren daraufhin durch das Sicherheitspersonal der Diskothek aus den Räumlichkeiten verwiesen worden. Die Streitigkeiten eskalierten dann draußen. Eine Massenschlägerei, an der auch die Türsteher beteiligt waren, brach aus. Nach Angaben von Zeugen wurde ein Sicherheitsangestellter mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen. Im Verlauf der Schlägerei wurde laut Polizei einer bereits am Boden liegenden Person von einem der Täter mit dem Fuß gegen den Kopf getreten. Auch vonseiten des Diskopersonals sollen Schlagwerkzeuge und Pfefferspray eingesetzt worden sein. Die Rede ist auch von Golfschlägern, die als Schlagwaffe genutzt worden seien. Eine Tür soll mit einem Stein zertrümmert worden sein. Ein Zeuge gab hinterher an, dass einer der Beteiligten auch eine Waffe gehabt habe.
Versuchter Totschlag:
Von einem Wagen erfasst

Der beteiligte Türsteher wiederum soll von einem Wagen erfasst und an den Beinen verletzt worden sein. So schildert der Mann den Vorgang vor Gericht. Ob er die Wahrheit sagt, weiß die Staatsanwaltschaft nicht. Niemand hat etwas gesehen, niemand ist Zeuge. Ob er gestoßen wurde oder stolperte, muss das Gericht herausfinden. Das ist auch der Grund, warum gegen einen der Streithähne unter anderem wegen versuchten Totschlags ermittelt wurde. Bei der Hausdurchsuchung in der Diskothek fand die Polizei übrigens Schusswaffen, Falschgeld, Drogen, Elektroschocker und Tränengas. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.