JEAN-PIERRE SANTER, PICKITUP LUXEMBOURG

Was Pickitup Luxembourg dagegen unternehmen will

Über Facebook haben sich Didier Picard, Jemp Santer und Marion Parisot gefunden.  Alle drei wollen das Phänomen des Littering, das Entsorgen von Abfällen auf öffentlichen Straßen, Plätzen und in der Natur bekämpfen. Im Juni 2019 haben sie zu diesem Zweck die asbl Pickitup Luxembourg ins Leben gerufen – und inzwischen auch eine Petition, die sich vor allem mit der Problematik der Zigarettenstummel beschäftigt. Jean-Pierre Santer erläutert die Vorschläge des Vereins.

„Hauptziel des Vereins ist die Sensibilisierung der Bevölkerung über das Thema Littering. Wir machen das zum Beispiel durch Plogging-Events, eine Trendsportart, die Laufen mit dem Aufheben von achtlos weggeworfenen Verpackungen, Zigaretten oder Getränkebehältern kombiniert. Wir erhalten auch viele Anfragen aus Klassen und Unternehmen, die ihre Mitarbeiter auf das Thema aufmerksam  machen wollen.
Mit dieser Petition geht es vor allem um die Problematik von Zigarettenstummeln. Laut unseren Recherchen werden weltweit in jeder Sekunde 137.000 abgerauchte Zigaretten auf dem Boden entsorgt. Aufgrund der tausenden schädlichen bis krebserregenden Substanzen, die sie enthalten, können sie bis zu 500 Liter Wasser kontaminieren und es kann bis zu 15 Jahre dauern, bis sich ein Zigarettenstummel vollständig zersetzt. Es ist also beileibe kein Kavaliersdelikt, seine Zigarette einfach wegzuschnippen. Trotz vieler Kampagnen kann man aber genau das immer noch häufig beobachten, oft fällt es den Betroffenen selbst nicht einmal auf.
Ziel dieser Petition ist es deshalb, die breite Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam zu machen. Dann aber auch, proaktiv dagegen vorzugehen. So könnte sich beispielsweise eine Gemeinde das Ziel setzen, ein Wegwerfen von Zigarettenstummeln insgesamt zu verhindern. Das geht beispielsweise über spezielle Abfalleimer, über die die Stadt Luxemburg bereits verfügt, andere Gemeinden meines Wissens zum Beispiel aber nicht. Allerdings muss auch Personal eingestellt werden, das aktiv kontrolliert. Die bisherigen Littering-Bußgelder zwischen 49 und 250 Euro könnte man auch anpassen. Es kommt aber vor allem darauf an, dass man auch Kontrollen durchführt und Vergehen ahndet. Das Wegwerfen von Zigarettenstummeln kann man leider häufig beobachten. Ein anderer Vorschlag besteht darin, die Zigarettenhersteller in die Pflicht zu nehmen und sie beispielsweise zur Entwicklung abbaubarer Filter anzuhalten oder indem sie für die finanziellen Kosten zur Beseitigung von Zigarettenstummeln eine Strafe zahlen müssten.
Man könnte auch über eine kostenlose Verteilung von Taschenaschenbechern nachdenken, in die abgerauchte Zigaretten unterwegs bis zu ihrer richtigen Entsorgung sicher verstaut werden könnten.“
Direktlink zur Petition: tinyurl.com/Petition1634  - Mehr unter pickitup.lu