LUXEMBURG
SVEN WOHL

Vor allem für größere Familien fehlt es beim „Fonds du Logement“ an Platz

Es gebe einen „besonders großen Mangel“ an Wohnungen für große Familien mit mehr als fünf Personen. Dies bestätigt die Wohnungsbauministerin Sam Tanson (déi gréng). In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Marc Lies und Françoise Hetto erklärt sie weiter, dass die Problematik sowohl dem Ministerium als auch dem „Fonds du Logement“ bekannt sei. Der Bedarf sei jedoch bei allen Wohnungskategorien hoch.

Recht auf adäquates Wohnen

Die Abgeordneten sprechen die Ministerin auch auf die Regelung an, dass Jugendliche über zwölf Jahren ein eigenes Zimmer zusteht. Auf die Frage hin, ob es nicht sinnvoll wäre, angesichts des Mangel diese Regelung erst ab dem 18. Lebensjahr zu applizieren, winkt Ministerin Tanson jedoch ab. Denn eine Aufhebung der bestehenden Regelung würde zahlreiche Fragen mit sich bringen. Würde man sie nur für die Jugendlichen aufheben, die in besonders großen Familien leben? Müssten die Jugendlichen ungeachtet des Alters dann auch im Zimmer ihrer Eltern oder Großeltern schlafen? „Diesen Familien und ihren Kinder würde man damit das Recht auf adäquaten Wohnraum bei den öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften wegnehmen“, so die Ministerin in ihrer Antwort.

Sam Tanson unterstreicht die Wichtigkeit eines Rückzugsortes, vor allem für Teenager. Auch das Geschlecht und die Altersunterschiede würden hier eine Rolle spielen und man müsse von Fall zu Fall neu evaluieren, ob eine Familie nicht in einer größeren Wohnung besser aufgehoben wären. Dies stimmt auch dann, wenn ein Kind im Laufe der Zeit das zwölfte Lebensjahr erreicht.

Jedoch arbeite man an einer Lösung. So befänden sich aktuell insgesamt 33 Wohnungen mit mehr als drei Schlafzimmern beim „Fonds du Logement“ im Bau. Die Ministerin verschließe sich weiter keiner Diskussion rund um eine Stärkung des Rechts auf adäquates Wohnen.