LUXEMBURG-KOCKELSCHEUER
PATRICK WELTER

„Stade de Luxembourg“: Fertigstellung im November, Spielbetrieb im Frühjahr

Eigentlich ging es bei dem gestrigen Pressetermin mit Sportminister Dan Kersch und Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer um das neue – „bald fertige“ - Fußballstadion, doch vor allem die Fragen der Sportreporter drehten sich um die Anti-Corona-Maßnahmen im Sport.

Dabei war es recht interessant, nicht nur die moderne Sportanlage einmal von innen zu sehen, sondern auch den Stand der Dinge auf der Baustelle zu erfahren. Um es vorweg zu nehmen: Mit ersten offiziellen Spielen ist im nationalen Fußball- und Rugby-Stadion, dem zukünftigen „Stade de Luxembourg“ erst im nächsten Frühjahr zu rechnen. Die Bürgermeisterin geht davon aus, dass die Fertigstellung der Anlage noch im Oktober oder November erfolgen kann, aber darauf folgt eine ausführliche Test- und Erprobungsphase für alle technischen Einrichtungen. Natürlich sei auch der Stadionbau durch den Corona-Lockdown deutlich verzögert worden, aber nicht nur durch den Baustopp, sondern auch durch Unterbrechung der Lieferketten – etwa für die in Italien bestellten Türen.

An einem Strang

Polfer erinnerte daran, dass man nach fast zwei Jahrzehnten der Diskussion 2014 „quasi zufällig“ bei der Ausarbeitung des PAG auf dieses ungenutzte Gelände, zwsichen der Cloche d’Or und Kockelscheuer gestoßen sei. Man habe sich schnell mit dem Sportministerium und auch den Grundstückseigentümern verständigen können. Der ausgewählte Entwurf des im Stadionbau erfahrenen Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner wurde zunächst mit 58 Millionen Euro veranschlagt, das definitive Projekt lag 2016 bei 60 Millionen Euro. Im letzten Jahr wurde ein Zusatzkredit bewilligt, aktuell und vermutlich auch endgültig liegen die Baukosten bei 76,6 Millionen Euro. Das Sportministerium hatte zugesagt 70 Prozent der Baukosten, höchstens jedoch 40 Millionen Euro zu übernehmen. Sportminister Kersch sicherte noch während der gestrigen Pressekonferenz zu, dass die erste Rate von 28 Millionen Euro an die Stadt Luxemburg unterwegs sei. Das Stadion ist einzig und allein den beiden Sportarten Fußball und Rugby vorbehalten. Östlich davon wird aber auf einer breiten Freifläche zwischen dem Stadion und dem neuen städtischen Sportamte eine Freifläche angelegt, die sich auch für Konzerte eignet.

Sportminister Dan Kersch lobte die weitgehende Einigkeit zwischen Staat und Stadt bei diesem Bauvorhaben, auch über die Finanzierung sei man sich nie im Unklaren gewesen. Das gelte auch für den laufenden Betrieb. Während der Verwaltungsrat paritätisch mit drei Vertretern seines Ministeriums und drei Vertretern der Stadt besetzt werde, teilen sich auch die Kosten im Verhältnis 70 zu 30 auf, wobei der Staat den höheren Kostenanteil trägt.

Mit dem neuen Stadion würden natürlich nicht alle Probleme im Sport gelöst. Kersch nannte angesichts der zahlreichen Untergliederungen des Luxemburger Sportes ein gemeinsames koordiniertes Sportkonzept – in Abstimmung mit dem COSL -  als Ziel.

Staatliche Bauverwaltung im Verzug

Bei einem unangenehmen Thema sieht sich Bürgermeisterin Lydie Polfer auf der sicheren Seite - beim Parken. Auf unsere Nachfrage wie es mit dem Parkraum für die Stadionbesucher aussieht, meinte die Bürgermeisterin. „Das von uns gebaute Stadion ist fertig, das Parkhaus müsste auch fertig sein, aber es wurde nicht mal damit angefangen!“ Das Pikante an der Angelegenheit liegt darin, dass dafür einzig und allein die staatliche Bauverwaltung verantwortlich ist. Im Zusammenhang mit der Endstation der Trambahn sei es zu Planänderungen gekommen, die alles verzögerten, erläuterte Polfer. Ihren Informationen nach soll der Bau des Parkhauses nun im September beginnen und zwei Jahre dauern. Für die Übergangszeit legt die Stadt auf ihre Kosten einen provisorischen Parkplatz an.