LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Bilanz der Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften

Der Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften geht es richtig gut. „Sie hat sich im vergangenen Jahr weiter positiv entwickelt“, versicherte deren Dekan Prof. Stefan Braum anlässlich seiner gestrigen Pressekonferenz. Seine Amtszeit endet bald.

Er hob die positiven Ergebnisse einer externen Forschungsevaluierung hervor, die von einem Schweizer Institut namens Interface durchgeführt worden war, und verwies auf die dritte Zertifizierung nach ISO 9001, bei der es um Mindestanforderungen an das Qualitätsmanagementsystem geht. Prof. Braum ging es offiziell um die Fakultät, der er noch bis Herbst als Dekan vorsteht, bevor Prof. Katalin Ligeti übernimmt. Es war also auch eine persönliche Bilanz der Entwicklung der Fakultät während seiner Zeit als Dekan. Eine Erkenntnis: „Die Universität ist stark gewachsen, die Organisationsstrukturen nicht.“ Verbesserungen seien sicher möglich, auch neue Prozeduren. Alles in allem aber sei es positiv.

Belastet wurde das gute Ergebnis vom überstürzten Abgang des Rektors Rainer Klump Anfang Mai, für den noch ein Nachfolger gesucht wird. Darauf angesprochen, dass ISO 9001 wohl kaum die Umstände erklärt, verwies Prof. Braum auf „notwendige gemeinsame Anstrengungen“.

Mitarbeit am Weltraumgesetz

Konkret hat die Fakultät am Weltraumgesetz mitgearbeitet, insbesondere Prof. Manuela Hofmann, Prof. André Prüm und Gastprofessor Jean-Louis Schiltz. „Wir haben auch zahlreiche Konferenzen zum Bereich FinTec veranstaltet“, betonte Prof. Braum.

Seit Januar diesen Jahres bietet die Universität ein neues Programm für lebenslanges Lernen an, das „Certificate in Law and Regulation of Inclusive Finance“. Dabei geht es vor allem um die Zusammenarbeit mit Afrika. Das Programm wurde im Rahmen des „ADA Chair in Financial Law (Inclusive Finance)“ ins Leben gerufen. Der Verein „Appui du Développement Autonome“ (ADA) setzt sich für Menschen ein, die vom regulären Finanzierungssystem ausgeschlossen sind. 22 Studenten aus 14 Ländern - vor allem aus Afrika - nahmen an Fortbildungen teil.

Neuer Lehrstuhl 2018

Im neuen Jahr soll es einen neuen Lehrstuhl geben, den „Chair in Capital Markets and Post Trade“. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung wurde unterzeichnet. Daran beteiligt sind verschiedene Finanzinstitutionen wie die Cegedel, Lombard oder State Street.

Auch andere Fakultäten sind aktiv. Im Mai 2016 hatte die „Association des Banques et Banquiers, Luxembourg (ABBL), deren Stiftung, die „Fondation ABBL pour l’éducation financière“, und die Uni Luxemburg (SnT) eine Vereinbarung über einen Prototypen der „Distributed Ledger Technology“, besser bekannt als Blockchain, geschlossen. Am „Luxembourg Institute of Science and Technology“ (List) in Belval wurde im Juni das „Finance Innovation Technology and Systems Centre“ (FITS ) gegründet. Die Finanzwelt erwartet vor allem umsetzbare Lösungen, die das Geld auch wert sind.

Internationale Verbindungen

„Wir haben eine Vereinbarung mit Brasilien unterzeichnet, die zu einem dynamischen Austausch führt mit der Universität von São Paulo führt, haben Universitäten in der Ukraine und China besucht und eröffnen neue Perspektiven“, betonte Prof. Braum. Vor allem chinesische Studenten kämen wegen der hier angesiedelten Banken und des Renminbi gern her. Zu den weiteren Partner zählten die Universitäten in Bamako (Mali) sowie die Universität in Laos. Dazu gibt es ein Kooperationsabkommen mit dem Außenministerium, Besuche finden auf beiden Seiten statt.

In Zukunft werden konkrete Rechtsprojekte eine größere Rolle spielen. Prof. Braum verwies auf eine so genannte „Rechtsklinik“, in der es um die praktische Umsetzung von Flüchtlingsrechten geht. Sie arbeitet eng mit der Anwaltskammer und Studierenden an konkreten Fällen.

2018 wird die Fakultät das zehnjährige Jubiläum des „Master in Entrepreneurship and Innovation“ sowie den 15. Geburtstag der „Luxembourg School of Finance“ feiern. Dann wird auch der „Master of Logistik and Supply Chain Management“ gestartet. 17 Studierende aus elf Ländern sind eingeschrieben.