Die Armut und die soziale Exklusion sind in europaweit auf dem Vormarsch und in diesem Zusammenhang stellt Luxemburg keine Ausnahme dar: Den letzten Statec-Erhebungen zufolge beläuft sich das Armutsrisiko in Luxemburg inzwischen auf 15,9 Prozent. Somit sehen die Verantwortlichen von Caritas Luxemburg - Präsidentin Marie-Josée Jacobs und Generalsekretär Philippe Streff - die „soziale Kohäsion des Landes in Gefahr“.
Der Armut begegnen die Caritas-Mitarbeiter in erster Linie in den Sozialläden. Im vergangenen Jahr kannten die Sozialläden der Caritas in Diekirch, Esch-Alzette und seit 2014 auch in Redingen eine „Fréquentation à la hausse“, wie im Aktivitätsbericht 2014 der Caritas Luxemburg festgehalten wird. Besonders Alleinerziehende laufen Gefahr, in die Armut abzurutschen. Heute, so liest man weiter in dem Caritas-Bericht, „un enfant sur quatre risque de vivre en pauvreté“.
Alleinerziehende besonders gefährdet
Ferner wird in dem Bericht festgehalten, dass die Lage der so genannten „Ménages vulnérables“ sich verschlechtert hat und sich zweifelsohne noch weiter verschlechtern wird aufgrund verschiedener Regierungsbeschlüsse, die einzeln gesehen nicht „tellement spectaculaire“ sind, zusammen aber entscheidend sein können: Erhöhung der TVA um zwei Prozent, Einführung einer Steuer von 0,50 Prozent, Abschaffung (seit gestern) der Erziehungs- und Mutterschaftszulage, Kürzung der Studenten-Börsen, der Familienzulagen sowie der „Chèques service-accueil“.
Betroffen von all diesen Maßnahmen dürfte in erster Linie wohl der Wohnungsmarkt sein, verschärft sich doch die Wohnungsfrage für viele Familien durch die durch die TVA-Erhöhung bedingte Erhöhung der Mieten. So genannte „Ménages faibles“ geben den Caritas-Verantwortlichen nach inzwischen 45 Prozent ihres Einkommens für die Wohnungsmiete aus - im Mittel belaufen sich die Ausgaben für Miete auf 35 Prozent pro Haushalt. Begrüßt wird in diesem Zusammenhang von den Caritas-Verantwortlichen die „subvention prévue par le gouvernement qui vise à réduire cet effort des ménages à 33%“.
Im Rahmen der „Wanteraktioun“ betreute die Caritas im Vergangenen Jahr 828 Obdachlose, 77 Personen in Schwierigkeiten kamen in einem „Logement encadré“ unter, 135 Kinder und Jugendliche wurden in einem „Accueil d’urgence“ untergebracht. 156 anerkannten Flüchtlingen und Migranten sowie 128 „Demandeurs de protection internationale“ wurde eine Unterkunft geboten.
Für Kinder und Jugendliche
In den verschiedenen Foyers, Tagesstätten und „Maisons Relais“ der Caritas wurden im vergangenen Jahr insgesamt 2.359 Kinder und Jugendliche betreut, 167 Jugendliche wurden in der genannten Zeitspanne vom „Service pour jeunes migrants“ der Caritas aufgefangen und 1.068 Kinder, Jugendliche und Eltern fragten telefonisch oder via E-Mail um Rat bei der Caritas nach.
Was nun die Aktivität der Sozialläden betrifft, so kauften im vergangenen Jahr 2.127 Personen in den „Caritas-Butteker“ in Esch-Alzette (2009 eröffnet), Diekirch (2010) und Redingen (seit November 2014) vor.
In den verschiedenen „Kleederstuffen“ der Caritas wurden 2014 unter anderem 4.864 Einkäufe registriert. Was nun die Arbeit von Caritas Luxemburg im internationalen Bereich betrifft, so betreute Caritas Luxemburg im vergangenen Jahr 111 Projekte in 30 Ländern, unter anderem in Südsudan, in der Republik Kongo, in Bangladesh, in Südafrika, in Haiti, in Bolivien oder in Afghanistan. In diesem Bereich stellte Caritas Luxemburg im vergangenen Jahr 11,5 Millionen Euro zur Verfügung.
Im vergangenen Jahr startete Caritas Luxemburg unter anderem Spendenaufrufe für die Obdachlosen (75.942 Euro wurden gesammelt), gegen den Hunger in der Welt (37.500 Euro) sowie eine Dringlichkeitshilfe für die Flüchtlinge aus Irak (167.681 Euro).


