LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Spendenaufruf des Casino Luxembourg, um den Umbau zu finanzieren

Bands sammeln heute ihr Geld für Musikproduktionen im Internet. Crowdfunding nennt sich das seit vielen Jahren erfolgreich angewandte Konzept, mittels dem viele Kompositionen auf Platte gelandet sind, die sonst in einer dunklen Schublade verschwunden wären. Das Casino Luxembourg - Forum für zeitgenössische Kunst greift dieses Konzept jetzt auf, und startet einen Spendenaufruf, um die kommenden Änderungsarbeiten im historischen Gebäude im Zentrum der Hauptstadt zu finanzieren. Spendenaufrufe seien eine Praktik, die im Ausland weit verbreitet sei, unterstreicht Casino-Direktor Jo Kox, und zeigt auf die von der Architektin Claudine Kaell entworfenen Pläne. Kaell hat dem Verwaltungsrat des Casinos und dem gesamten Team ein Konzept für das Erdgeschoss vorgeschlagen, das ohne größere Probleme wieder entfernt werden kann. Mauern werden Anfang 2016 keine eingeschlagen. Die Bauelemente, die Kaell für die Umgestaltung des Erdgeschosses vorgesehen hat, können in zehn oder 15 Jahren ohne großen Arbeitsaufwand wieder entfernt werden.

Neue Wege

Sponsoren und Mäzene sind in Luxemburg Geldgeber für einzelne, gezielte Projekte - Konzerte oder Ausstellungen: Die vor ein paar Wochen errichtete Kunstinstallation des spanischen Kollektivs Todo por la praxis zum Beispiel konnte dank der logistischen Unterstützung einiger in Luxemburg angesiedelter Firmen auf die Beine gestellt werden. Das Casino beschreitet mit dem Spendenaufruf neue Wege in Luxemburg.

Die Umbauarbeiten finanziert es mit eigenen Mittel, Unterstützung erhält das Casino von der Administration des Bâtiments Publics. Es wurde bereits Geld für den Umbau zur Seite gelegt, das nicht in Ausstellungen fließt, weil das Haus die ersten beiden Monate des kommenden Jahres geschlossen bleibt. Kevin Muhlen, künstlerischer Leiter des Casinos, stellt für diese Wochen ein Programm zusammen, das außerhalb der Casinomauern gezeigt wird.

Kox wünscht sich, dass die Kampagne mindestens 100.000 Euro einbringt, auf der Internetseite werden Spenden ab 50 Euro bis 500 Euro entgegen genommen.

Wenn allerdings jemand seinem Haus 50.000 Euro spenden wolle, nehme er diese dankend an, witzelte Kox, der im Jubiläumsjahr - das Casino wird im kommenden Jahr 20 - seinen Platz für einen Nachfolger frei machen wird. Jeder, der einen Geldbetrag über die Internetseite spendet, kann diesen von der Steuer absetzen. Und bekommt kleine Dankesgeschenke in Form von Casino-Abonnements oder Kunstdrucken.

Am 23. März 2016 ist die Eröffnung des neuen Casinos mit eigenem Café und einer Blackbox, wo zeitgenössische Videos projiziert werden. Dann wird das Casino jeden Tag, außer Sonntag, von11.00 bis 19.00 geöffnet sein, donnerstags bis 23.00. Der Eintritt zum Erdgeschoss ist ab 2016 gratis, zahlen muss der Besucher nur für die Ausstellungen im Obergeschoss.


Auf www.casino-luxembourg.lu kann gespendet werden