SAN FRANCISCO
MARCO MENG

Wirtschaftsminister Schneider sucht weitere Space-Partner

Die erste Etappe der Wirtschaftsmission an die US-amerikanische Westküste ist vollbracht. Wirtschaftsminister Etienne Schneider und Erbgroßherzog Guillaume mit Erbgroßherzogin Stéphanie besuchten am Montag das Unternehmen Planetary Resources in Redmond nahe Seattle.

Als Beispiel dafür, wie Luxemburg bereits in der Vergangenheit mit öffentlich-privater Kooperation trumpfen konnte, nannte Schneider das Satellitenunternehmen SES, das in seiner Branche weltweit führend ist. Diesem Beispiel folgend will Schneider denn auch die 25-Millionen-Euro-Investition Luxemburgs in Planetary Resources verstanden wissen. Damit sei der Grundstein für eine kommende Zusammenarbeit zwischen Luxemburg und Planetary Resources auf Jahre hinaus gelegt. Nicht zuletzt, weil man die gleiche Vision teile: Die friedliche Nutzung von Weltraum-Rohstoffen zum Wohle der Menschheit.

Mit der Initiative „SpaceRescources.lu“, die sich Luxemburg in diesem Zusammenhang gegeben hat und weswegen auch die Gesetzgebung angepasst wurde, wolle Luxemburg ein führendes Hub im Bereich der Weltraum-Technologie werden. Erst letztes Jahr im Februar gestartet zähle die Initiative schon vier Unternehmen, die sich daran beteiligen, und mit mehr als 50 sei man im Gespräch. Aus Deutschland, Frankreich, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Japan, Russland. Vorgeschlagene Projekte würden auf ihre Realisierbarkeit geprüft. „Unser Interesse ist, die Forschung in Luxemburg voranzubringen und Arbeitsplätze zu schaffen“, so Schneider.

Das japanische Unternehmen ispace, das sich an SpaceResources.lu beteiligt, plant für den 28. Dezember die erste Mondmisssion. Schneider wird demnächst wieder nach Japan fliegen, um die Kooperation auf dem Gebiet Weltraumtechnologie auszubauen und vielleicht neue Interessenten in Japan für „SpaceResouces.lu“ zu gewinnen.

Zur Kritik, die es an der SpaceResource-Initiative gibt, erinnert Schneider daran, dieselbe Kritik habe es auch gegeben, als es hieß, Luxemburg und SES würden den ersten Satelliten in den Orbit schießen, was sich dann als extremes Erfolgsmodell entpuppt habe. Schneider betont, dass das Projekt nicht ohne Grund „SpaceResources“ und nicht „Space Mining“ heiße.

Internationale Vereinbarung wünschenswert

Der Wirtschaftsminister betonte, dass Investoren und Unternehmen, die Weltraum-Rohstoffe entdecken, fördern oder nutzen wollen, die Sicherheit darüber bräuchten, wer Eigentümer solcher Ressourcen sei - und Luxemburg könne diese Rechtssicherheit anbieten. Der Minister sprach sich darüber hinaus dafür aus, dass diese Gesetzgebung auch international vereinheitlicht werden sollte, falls andere Länder ähnliche Gesetzgebungen erließen. Eine internationale Vereinbarung „so schnell wie umzusetzen“ (Schneider), sei wünschenswert. Dank der luxemburgischen Initiative gebe es da viel Bewegung. Dass der Staatsrat derzeit das Gesetz diskutiert, bereite ihm keine Kopfzerbrechen, erklärte Schneider: das Gesetz basiere auf internationalem Recht. Während das US-Gesetz verlangt, dass das Kapital der jeweiligen Unternehmen und Investoren mindestens zu 50 Prozent amerikanisch sein muss, ist das im luxemburgischen Gesetz nicht der Fall , wodurch es „einen viel globaleren Ansatz hat“, meint Simon Pete Worden. Der ehemalige NASA-Direktor ist Berater im SpaceResouce-Projekt. Asteroiden sind laut ihm aus vielerlei Gründen interessant. Zum einen muss die Erde vor einem Zusammenprall mit ihnen geschützt werden, zum anderen enthalten sie wichtige Rohstoffe. Worden ist überzeugt, dass man in den nächsten fünf bis zehn Jahren Wasser, danach auch Metalle von ihnen extrahieren kann. „Ich glaube, Luxemburg ist an der Spitze von einer Branche, die einmal sehr wichtig sein wird“, sagt Worden. Dank der wiederverwertbaren Trägerraketen werde nun die Entwicklung noch beschleunigt. So könnte dann in ein paar Jahren Wasser als Treibstoff für weitere Allmissionen dienen. Die Wirtschaftsmission wurde am Dienstag in San Francisco mit dem Besuch des Weltraum-Technologieunternehmens SSL sowie von DFJ Venture Capital im Silicon Valley fortgesetzt.

Siehe auch den „SpaceRescources.lu“-Clip: drive.google.com/drive/folders/0B26qPfEwFxyCaTJNYTJpNnQ3QzA