PASCAL STEINWACHS

Der neue Co-Generalvikar der Luxemburger Katholiken (auf eine weibliche Co-Generalvikarin konnten sich die Kirchenleute leider nicht einigen) scheint ein lustiger Kauz zu sein, erklärte er das Rollenverständnis der erweiterten Führungsmannschaft des Erzbistums - ein Trio aus Erzbischof, Weihbischof und zwei Generalvikaren - doch mit einem Beispiel aus der Musikwelt, wie der Erzbistumszeitung zu entnehmen ist: „Zwei Töne allein sind etwas dürftig. Ein Akkord, ein Dreiklang, ist in der Musik weitaus interessanter. Deshalb werde ich mein Möglichstes tun, damit wir eine Zukunftsmusik spielen, die Gott und den Menschen gefällt.“ Und der Tritonus ist ein musikalisches Intervall, das drei Ganztöne umspannt, und der auch noch „Teufel in der Musik“ (lateinisch diabolus in musica) oder Teufelsintervall genannt wird, aber so weit wollte der neue Generalvikar dann doch nicht gehen.

Dass die Erzbistumszeitung unter ihren „Bistum im Dreiklang“-Beitrag ausgerechnet einen Artikel über den sexuellen Missbrauch im Vatikan platzierte („Offensive gegen den Missbrauch, Vatikan will bis Jahresende ein eigenes Meldesystem aufbauen“) zeugt natürlich auch von einem speziellen Humor...