LUXEMBURG
INGO ZWANK

3,65 Millionen Euro kosten die „Automated Border Control“-Gates am Flughafen Findel

Der Luxemburger Flughafen ist seit Anfang Juli 2018 mit automatisierten Passkontrollen ausgestattet. Gestern fand eine offizielle Vorstellung der Anlagen in
Gegenwart der Minister Etienne Schneider und François Bausch, Vertretern des Flughafens und der Polizei statt.

Bei der automatisierten Grenzkontrolle in einem sogenannten ABC-Gate - ABC steht hier für „Automated Border Control“ - wird primär die Identität des Reisenden abgeglichen. Der Abgleich erfolge über das in der Kontrollspur aufgenommene Gesichtsbild mit dem im Chip des Reisedokuments hinterlegten Bildes, erklärte Lisa Waldbillig von der am Flughafen stationierten Polizei. Der Einsatz einer solchen automatisierten Passkontrolle setze sich an den Europäischen Flughäfen nach einigen Testinstallationen immer mehr und mehr durch.

Biometrische Gesichtserkennung -für sichere Grenzen

So wird nach Schneider die Zahl der Gates am Flughafen erhöht- die herkömmlichen Gates und ein ABC-Gate bei der Einreise sowie vier herkömmliche Gates und ein ABC-Gate bei der Ausreise sollen eine bessere Passagierabfertigung ermöglichen. Die ABC-Gates können jeweils fünf Passagierschlangen gleichzeitig kontrollieren. Kostenpunkt für die neuen Installationen: 3,65 Millionen Euro. „Es ist ein erster, aber ein wichtiger Schritt“, sagte auch René Steinhaus, Interims-Chef am Findel. Ein erster Schritt, der mit 1,3 Millionen Euro von der Luxemburger Regierung mitgetragen wird. „Hiervon werden 64 Prozent über den ‚EU Internal Security Fund‘ gedeckt“, sagte Schneider gegenüber dem „Journal“. 2,35 Millionen Euro kommen von lux-Airport.

Die mit biometrischer Gesichtserkennung ausgerüsteten Geräte sollen so die Kontrolle von volljährigen Passagieren erleichtern, die besagten elektronischen Reisepass besitzen. Dieser Pass wird entsprechend ausgelesen, dann geht es ins Gate, wo sich eine Kamera in Augenhöhe des Reisenden positioniert und ihn abfotografiert. Dieses Bild wird dann mit dem gespeicherten Passbild abgeglichen. „Daher machen wir hier vorerst auch nur eine Kontrolle ab 18 Jahren“, sagte Waldbillig. Bei Kindern und Jugendlichen würden sich die Gesichtszüge im Wachstum noch zu schnell verändern, so dass es Probleme bei der Erkennung geben kann.

„Mit der Einführung der automatisierten Grenzkontroll-Tore haben wir unser gemeinsames Ziel erreicht, nämlich den Service für die Passagiere zu erhöhen und gleichzeitig unsere sicheren Grenzen zu wahren“, betonte Schneider,

Natürlich machten die Verantwortlichen auch den Selbsttest an den ABC-Gates - allen voran die beiden Minister, die mit ihren Pässen keine Probleme hatten, ihr jeweiliges Gate zu passieren.

Auch wenn der Findel mit rund vier Millionen Passagieren an seine Grenzen stoßen würde, so gibt es immer noch Möglichkeiten, wie auch Minister Bausch ausführte. „Die Abflughalle ist durchaus noch erweiterbar“, sagte der Minister, müssen doch aktuell die Gepäckscanner „noch effektiver“ ausgelegt werden, wie Bausch präzisiert. Dies erfolgte durch Installationen im Keller.

„Doch zuerst war die Neugestaltung der Kontroll-Tore am Flughafen Luxemburg entscheidend, dies für den Erhalt eines modernen und sicheren Flughafens. Mit den neuen, zusätzlichen Toren werden wir den Passkontroll-Prozess, zum Vorteil der Reisenden, beschleunigen“, erklärte auch Bausch.

71 Polizisten auf dem Findel im Einsatz

Aktuell sind 71 Polizeibeamten auf dem Flughafen im Dienst, unter anderem im Streifendienst und im Bereich der Grenzkontrollen. Denn auch bei den automatisierten Gates sind die Beamten nicht überflüssig. „Hinter dem ABC-Gate ist auch weiterhin eine Kontrolle durch Beamte möglich, sollte es Probleme bei der Erkennung geben“, heißt es von offizieller Seite.