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Abenteuerspielplatz Schlafzimmer: Tipps zum Kauf von Hochbetten

Man kann mit ihnen spielen, auf und unter ihnen klettern, manche haben eine Rutsche: Hochbetten sind oft mehr Spielplatz als Schlafstätte. Ist das sinnvoll? Einige Experten raten dazu, eher schlichte Modelle zu kaufen.

In Kinderzimmern kann zum Spielen und Toben nie genug Platz sein. Hochbetten bieten hier einen entscheidenden Vorteil: Sie verlagern die Schlaffläche in die Höhe.

Unter ihnen findet der Schreibtisch Platz oder gar eine tolle Spielhöhle. Aber manche Eltern sind skeptisch: Ist es denn auch sicher? Die Zweifel sind angebracht: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte verweist auf eine Untersuchung aus den USA, die sich auf in einer Notfallambulanz erhobene Daten stützt. Demnach ereigneten sich im Zeitraum von 1990 bis 2005 über eine halbe Millionen Unfälle in Zusammenhang mit Stockbetten. Bei rund der Hälfte dieser Unfälle waren Kinder im Alter von unter sechs Jahren betroffen.

Europaweite Norm EN 716 oder nach Prüfsiegeln schauen

Dennoch hält Jörg Schriever, Beauftragter des Verbandes für Unfälle bei Kindern, Hochbetten nicht grundsätzlich für gefährlich: „Die meisten handelsüblichen Betten haben heute Rundumschutz, damit die Kinder nicht rausfallen und weisen auch eine gute Standfestigkeit auf.“ Beim Kauf eines Hochbettes rät er, auf die gängigen Sicherheitsnormen zu achten. Dazu gehören die europaweite Norm EN 716, das GS-Prüfzeichen sowie auch zum Beispiel das TÜV-Siegel.

Ein Bett, das den Sicherheitsnormen entspricht, bietet nicht nur dem eigenen Kind Schutz. Die Eltern schaffen damit auch Rechtssicherheit: „Problematisch wird es, wenn die Freunde der Kinder zum Spielen kommen und durch die Betten toben“, erklärt der Sicherheitsexperte. „Bei unsachgemäßer Aufstellung sind dann die Eltern für Schäden haftbar.“ Schriever empfiehlt wegen der Unfallgefahr auch, kein Hochbett für Kinder im Vorschulalter anzuschaffen. Gänzlich ungeeignet sei das Möbel für Kinder im Alter von unter drei Jahren.

Doch Eltern haben aber nicht nur Sicherheitsbedenken, viele finden die meisten Hochbetten auch nicht besonders schön. Experten sehen vor allem die Nutzung des Hochbetts als Spielplatz mit einem Kletterpark aus Seilen oder einer Rutsche kritisch. Kinder sollten rausgehen zum Spielen und sich dort austoben. Man muss das nicht alles nach drinnen verlagern, raten Experten. Das Bett soll kein Event-Parcours sein, sondern ein Ort der Ruhe und Geborgenheit, wo die Kinder in den Schlaf finden. Außerdem wirken die mit Spielangeboten überladenen Produkte vor allem in Stadtwohnungen, wo das Raumangebot begrenzt ist, zu monströs. Deshalb gilt hier für die Möbel: Weniger ist mehr. Im Idealfall reicht ein Hochbett von Wand zu Wand. Nur so erzielt es auch eine gute architektonische Wirkung, löst zugleich Platzprobleme und sorgt für eine bessere Organisation des Kinderzimmers.