LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Bauarbeiten für neue Nationalbibliothek liegen im Zeitplan - Eröffnen soll sie Ende des Jahres

Die Arbeiten am Bau der neuen Nationalbibliothek liegen im Zeitplan. Wo derzeit noch geschweißt und gehämmert wird, sollen ab August das Mobiliar und das automatische Transportsystem eingerichtet werden. Ab Oktober dann sollen nach und nach die mehr als 1,8 Millionen Bücher, Zeitschriften und Sammlungen der „Bibliothèque nationale de Luxembourg“ (BnL) auf Kirchberg ihr neues Zuhause finden. Derzeit sind die Bestände und Abteilungen der BnL auf sieben Standorte verteilt.

Auch wenn der rund 112 Millionen Euro-Bau heute noch eine Baustelle im fortgeschrittenen Stadium ist, so konnte man sich gestern anlässlich einer Besichtigung davon überzeugen, dass es im Gebäude an der Avenue John F. Kennedy - mit einer Tram-Haltestelle direkt vor der Tür - an nichts fehlen wird. Auf 24.000 m2 wird es Konferenzräume, einen Expo-Bereich, elf Räume für Gruppenarbeit, einen speziellen Arbeitsbereich für Sondersammlungen, eine Mediathek, ein Café und auch einen Bereich für junge Eltern geben, in dem auch kleine Kinder willkommen sind. Die BnL-Direktorin Monique Kieffer sagte, das architektonische Konzept sei darauf ausgelegt, Neugierde zu wecken und Menschen in die Nationalbibliothek zu locken. „Die Menschen sollen sich hier einfach wohlfühlen“, meinte sie gestern. Zudem wurde auf kurze Wege und Funktionalität Wert gelegt - sowohl für die Mitarbeiter wie auch für die Besucher.

Kulturminister Xavier Bettel, Infrastruktur -und Nachhaltigkeitsminister François Bausch sowie Staatssekretär Guy Arendt machten sich gestern - fünf Jahre nach Votum des Gesetzes und vier Jahre nach Baubeginn - vor Ort ein Bild der Baufortschritte. Im dritten Stockwerk, das nach hinten raus auch auf eine Terrasse führt, befindet sich etwa der Hauptlesesaal. Auf rund 300.000, nach Interessengebieten wie Sprachen und Literatur oder Technologie sortierten Publikationen können die Leser in Zukunft direkt zurückgreifen. Auch luxemburgische Produktionen sollen einen besonderen Platz bekommen. Ein automatisiertes Transport- und Sortiersystem wird es den Nutzern der Bibliothek erlauben, ausgeliehene Bücher 24/24 Stunden abzugeben. Die Verfügbarkeit von Computerarbeitsplätzen und Sofas soll zeigen, dass es eine Bibliothek für alle werden soll - sowohl zur Weiterbildung, zu Freizeitzwecken oder zum Studium. Insgesamt soll auf diese Weise eine „Bibliothek des 21. Jahrhunderts“ entstehen.

Das „Institut Grand-Ducal“ wird ebenfalls in der Nationalbibliothek sein neues Zuhause finden. Pläne für die Nutzung des an die Kathedrale angrenzenden aktuellen BnL-Hauptgebäudes gibt es auch schon, wie der Kulturminister ausführte. Hier soll eine Galerie für luxemburgische Künstler entstehen. Auch Wohnungen sind angedacht.