LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Nationalbibliothek: Zwei Minister und ein Staatssekretär auf Baustellenbesuch

Nicht nur Banken und Kanzleien sollen das Bild der Hauptachse des Kirchbergs bestimmen. Mit der Ansiedlung der Nationalbibliothek soll auch die Kultur in dem rasant wachsenden Viertel einziehen, so der Wunsch von Staats- und Kulturminister Xavier Bettel bei einer Begehung der Baustelle der Nationalbibliothek gestern. Begleitet wurde er dabei von Infrastrukturminister François Bausch und Kulturstaatssekretär Guy Arendt.

Ausgelegt für 4,5 Millionen Bücher

Das Mauerwerk ragt schon hoch auf, doch man ist immer noch mit dem Rohbau beschäftigt. Die staatliche Bauverwaltung sicherte aber zu, dass man ganz und gar im Plan liegt und mit einer Fertigstellung im Frühsommer 2018 zu rechnen ist. Danach folgt die Zeit des sicher nicht unkomplizierten Umzugs der Bücher und Artefakte. Aktuell verfügt die Nationalbibliothek über einen Bestand von 1,7 Millionen Büchern, der Bau ist auf einen Zuwachs bis auf 4,5 Millionen Bücher ausgerichtet. Nach derzeitigen Berechnungen reicht die Kapazität so bis zum Jahr 2045.

In Bezug auf die Kosten von 112 Mio. Euro meinte Bettel, dass derjenige, der nicht in die Zukunft investiert, Schulden zu Lasten der nächsten Generation macht. Minister Bausch sicherte zu, dass man sowohl den Zeitplan, als auch das Budget nicht überschreiten will. Seit seinem Amtsantritt habe kein abgeschlossenes Projekt der Bauverwaltung das Budget überschritten.

Pfiffige Einzellösungen

Neben den klimatisierten Magazinen, wird es in dem terrassenförmig ansteigenden Lesesaal mit einer Deckenhöhe von bis zu 14 Metern auch eine Präsenzbibliothek geben. Außerdem hat sich die Leitung der Nationalbibliothek von ähnlichen Institutionen im Ausland anregen lassen, spezielle Gruppenräume für Forschungsarbeiten und auch einen Eltern-Kind-Raum für Bibliotheksnutzer mit kleinen Kindern einzurichten. Die öffentlichen Bereiche der Bibliothek werden alle barrierefrei erreichbar sein. Die eigene Trambahnhaltestelle wird direkt vor dem Haupteingang liegen.