LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

2013 kehrten viele Musiker nach langer Abwesenheit auf die nationale Bühne zurück

Luxemburgische Musiker haben laut aktuellem music:LX Jahresbericht über 900 Auftritte in der ganzen Welt gespielt. Die meisten von ihnen hatten ihre neuesten Musikkonserven als CD oder Vinyl im Tourgepäck, um den internationalen Konzertgängern Kompositionen „Made in Luxembourg“ mit auf die Heimreise zu geben. 2013 war das Jahr der Newcomer und Comebacks: Junge Musiker setzten mit ihren Debüt-EP’s oder LP’s erste Ausrufezeichen, während alte Haudegen und Langzeitvermisste unter geändertem (Band)-Namen oder mit neuen musikalischen Partnern wieder Lebenszeichen sendeten. Das „Journal“ hat einige Veröffentlichungen zurückbehalten, die mit Sicherheit nicht so schnell im dunklen Plattenregal oder in der staubigen CD-Box verschwinden werden.

Rock-Nostalgiker

Nach fünfjähriger Abstinenz meldete sich das Bruder-Projekt „Artaban“ im Herbst mit dem neuen Album „Flow“ zurück. Das Duo ist nicht nur zum Trio angewachsen; erstmals steuert Max Nilles neben seinem Schlagzeug- und Bassspiel auch Vocalparts zu den Titeln bei. Der ältere der Nilles-Brüder, Charles, widmet sich nach wie vor ausschließlich seinen Tasteninstrumenten. „Flow“ knüpft nicht an die Homogenität seines Vorgängers „Landscapes“ an, besticht jedoch durch eine Experimentierfreudigkeit, die man aus jeder einzelnen Note heraushören kann. Neues Material, häppchenweise verpackt, präsentiert nahezu im Monats-Rhythmus der in Hamburg lebende Luxemburger Filip Markiewicz: Mit drei Vorab-Singles kündigte er dieses Jahr das neue Album seines Projektes „Raftside“ an, das Anfang 2014 den Weg in die Downloadstores finden wird.

Zurück aus der Vergangenheit, hinein in die Nostalgie des handgemachten Rocks: Hinter dem Bandnamen „The Gran’ Dukes“ verstecken sich das Duo „Fade to Grey“ und einige „Cool-Feet“-Rocker. Für das Album „Crown Jewels“ haben sie ihre Kreativität gebündelt, gemeinsam werden sie in den kommenden Monaten die Musikkneipen des Landes rocken. „Crown Jewels“ ist kein Meilenstein der luxemburgischen Rockhistory; allerdings liefern die Alt-Rocker den Beweis, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören.

Mondflug

Einmal zum Mond und zurück: 2013 hoben „D’Juju“ wieder zu einem Flug durch ihre eigene Musik-Galaxie ab. Elf Jahre musste sich die Fangemeinschaft in Geduld üben, ehe sie im Sommer mit „The Bright Side of the Moon“ einen Nachfolger für das 2002er Opus „Welcome to Quokka Island“ vorgesetzt bekam.

Präsenz zeigte das junge Trio „Seed to Tree“: Die junge Band hat nicht nur das Kunststück geschafft, zum Line-Up aller namhafter nationaler Festivals zu gehören, sondern brannte sich durch eine geschickte Releasepolitik - alle paar Monate eine Singleauskopplung - in das Kollektivgedächtnis der Hörer ein. Einen vergleichbaren Weg beschreitet das junge HipHop-Duo Dorian & Louvar: Alle paar Monate servieren die beiden Künstler ihrer zunehmend größer werdenden Online-Fangemeinde ein neues Musikvideo: Mal mit, mal ohne Gastkünstler - wie z.B. ihr luxemburgischer Kollege CMP. Anfang Dezember hat das Duo sein erstes, vom luxemburgischen Produzenten Jaysun produziertes Album „Rêve, Raison et Réalité“ unters Volk gebracht.

Wenig Beats, viel Saxofon: Anaïs Lorentz stellte Anfang des Jahres ihren Erstling „Run, Sing and fly“ vor: Die Saxofonistin bescherte dem Musiksmog geplagten Hörer Balsam für das Trommelfell.