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Spielekritik zu Call of Juarez: Gunslinger

Dem neuen Spiel „Gunslinger“ gelingt es endlich, der „Call of Juarez“-Reihe neues Leben einzuhauchen: Mit einer humorvollen Präsentation und im Stil der Comic-Grafik, wie wir es bereits von bekannten Titeln wie „Borderlands“ kennen, schafft es der Downloadtitel erneut, Fans von actionreichen Western-Abenteuern viel Freude zu bereiten.

Dabei entfernt sich der Titel von dem doch eher ernsten Image der Vorgänger und präsentiert sich eher arcade-lastig: Die Schießereien in „Gunslinger“ sind sehr actionreich und führen den Protagonisten auf einem simpel aufgebauten Pfad entlang von einer Actionpassage zur Nächsten - Viel Zeit zur Erkundung der Umgebung bleibt da nicht, auch wenn die Entwickler an manchen Stellen kleine Geheimnisse versteckt haben, die es sich zu Sammeln lohnt.

Das verleiht dem Titel zusätzlich zu den drei Spielmodi und Schwierigkeitsgraden ein Fünkchen Wiederspielwert.

Simpel, actionlastig, humorvoll

Der Levelaufbau ist zwar simpel, dennoch kommt nie das Gefühl auf, in einem Schlauchlevel zu stecken oder einer drögen Monotonie zu frönen. Am Ende jedes Abschnittes kommt es zu einem Bosskampf mit mehr oder minder namhaften Persönlichkeiten des Wilden Westens: Mal als High Noon-Showdown, mal als simples Feuergefecht, sind die Kämpfe dennoch stets abwechslungsreich und durchweg nett gestaltet. Dazu kommt die humorvolle Präsentation der Figuren welche dazu beiträgt, den Kämpfen etwas Charakter zu verleihen. Ohnehin findet sich in dem Titel erstaunlich viel Tiefgang, gemessen an der doch eher kurzen Spielzeit und dem geringen Verkaufspreis: Die Story wird auf humoristische Art und Weise als Stammtischgespräch erzählt und von der Hauptfigur selbst rezitiert, weshalb es bisweilen zu Irrtümern (und damit zusammenhängenden Wiederholungen) kommt - eine durchaus gelungene Präsentation, die gerade deshalb erstaunlich ist, weil „Gunslinger“ in keinster Weise einen großen Titel mit enormem Budget darstellt.

Auch technisch braucht sich der„Kleine“ nicht zu verstecken

Auch der Rest der Präsentation kann sich sehen lassen: „Gunslinger“ verwendet einen leichten Comic-Stil, von dem die monotone Western-Umgebung profitieren kann - das ansonsten eher dröge Braun-in-Braun bekommt hiermit leichter erkennbare Umrisse, gegnerische Modelle heben sich leichter von der Umgebung ab und das Bild wirkt insgesamt stimmiger. Auch die musikalische Untermalung und die Soundeffekte sind durchweg gelungen, so dass von einer technisch hervorragenden Präsentation gesprochen werden kann. Da kommt es dem Titel auch zugute, dass das Western-Szenario nicht so ausgelutscht ist wie so manch anderes Setting der jüngsten Spielegeschichte. Die „Call of Juarez“-Serie war von vielen bereits abgeschrieben, seit das fast schon peinliche „The Cartel“ erschien. Umso erstaunlicher ist es, dass es der Serie durch eine visuelle und gameplaymechanische Kehrtwende gelungen ist - das Endprodukt kann sich jedenfalls sehen lassen.
Erhältlich über Online-Dienste wie STEAM, Xbox-Live oder PSN für 20 Euro