LUXEMBURG
LIA BLESER

Ein Drittel aller Lebensmittel, die weltweit produziert werden, landet im Müll. In Luxemburg sind dies pro Jahr 124 Kilogramm Lebensmittel pro Person. Der größte Teil davon entsteht in privaten Haushalten. Tatsächlich müsste nicht alles davon weggeworfen werden. Genau dagegen will die im Sommer gegründete Vereinigung „Foodsharing Luxembourg“ vorgehen.

„Durch übermäßiges Einkaufen, falsche Lagerung sowie Missverstehen des Mindesthaltbarkeitsdatums landen hierzulande zu viele Lebensmittel in der Mülltonne. In der Lebensmittelindustrie wird überproduziert, Lebensmittel werden durch lange Transportwege beschädigt oder sie entsprechen einfach nicht der Norm und werden unnötig entsorgt.

Neben der moralischen und ethischen Verpflichtung gegenüber Millionen von Hungerleidenden darf man die ökologischen Dimensionen nicht vergessen. Dieses Ausmaß an Lebensmittelverschwendung bedeutet, dass in der Landwirtschaft knapp ein Drittel der Flächen umsonst bewirtschaftet wird, ein Drittel der zur Lebensmittelproduktion benötigten Wassermengen verloren geht und ein Drittel der in diesem Zusammenhang erzeugten CO2-Emissionen unnötig ausgestoßen wird. So ist dieses Problem Mitauslöser der aktuellen Klimakrise.

Um diesen realen Problemen entgegenzuwirken, haben wir im August 2019 ,Foodsharing Luxembourg‘ gegründet, eine Initiative, die sich gegen die Lebensmittelverschwendung im Land einsetzt. Wir ,retten‘ unverkäufliche Lebensmittel verschiedener Unternehmen wie Supermärkten und verteilen sie dann in unserem Umfeld und zukünftig, je nach Menge, an Hilfsorganisationen und in sogenannten Foodsharing Points. Letztere sind beispielsweise öffentlich zugängliche Kühlschränke oder Regale, die Privathaushalten die Möglichkeit bieten, nicht benötigte Lebensmittel mit anderen zu teilen. Unsere erste Kooperation mit einem luxemburgischen Supermarkt hat in den vergangenen Wochen bereits vielen noch genießbaren Lebensmitteln den grundlosen Wegwurf erspart.

Darüber hinaus verstehen wir uns als bildungspolitische Bewegung und fühlen uns nachhaltigen Umwelt- und Konsumzielen, einer höheren Wertschätzung für Lebensmittel sowie einer Systemkritik verpflichtet. Mit diesen Themen sind wir mit Informationsständen auf Veranstaltungen präsent, starten eigene Bildungsinitiativen und kochen für die Öffentlichkeit mit geretteten Lebensmitteln.

Unsere Lebensmittelretter/-innen arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich. Wer sich unserer Initiative anschließen will oder einfach mehr erfahren möchte, kann zu einem unserer monatlichen Informationstreffen kommen. Diese finden jeden ersten Mittwoch im Monat um 18.00 im CITIM nahe dem Luxemburger Hauptbahnhof statt.

Kurz gesagt: Um gegen die Lebensmittelverschwendung anzukämpfen, sollte man versuchen, überlegt und vor allem nur das Benötigte einzukaufen, auf regionale und saisonale Produkte zu achten, sich über die verschiedenen Verfallsdaten zu informieren und seine Reste kreativ zu verwerten oder sie zu verteilen, anstatt wegzuwerfen.“

Infos unter www.foodsharing.lu und Facebook: Foodsharing Luxembourg