VILLERUPT
CHRISTIAN SPIELMANN

„La Grande Guerre“ und „Frioul-Vénétie Julienne, région frontière“

Traditionsgemäß präsentierten die Hauptverantwortlichen des italienischen Filmfestivals von Villerupt, Oreste Sacchelli, Antoine Compagnone und Bernard Reiss, zu Beginn des Sommers das Thema der kommenden 38. Ausgabe, die vom 30. Oktober bis zum 15. November stattfinden wird. Dieses Jahr sind zwei Themen angesagt: Der Erste Weltkrieg sowie die Region Friaul-Julisch Venetien und ihre Filmkommission.

Eigene Filmkommission

Das Thema des Großen Kriegs von 1914-1918 wurde von italienischen Regisseuren eher selten behandelt, erklärte Bernard Reiss, der Spezialist in Sachen italienische Filmgeschichte. Unter anderem handelt der Film „La Grande Guerra“ (1959) von Mario Monicelli vom Kriegsgeschehen, wie auch „Uomini Contro“ (1970) von Francesco Rosi, „Torneranno i prati“ (2014) von Ermanno Olmi oder „Fango e Gloria - La Grande Guerra“ (2014) von Leonardo Tiberi, der bei der Pressekonferenz anwesend war, und dessen Film im Anschluss gezeigt wurde.

Dass die Grenzregion zu Slowenien und Österreich eine eigene Filmkommission hat, erfuhren die Filmexperten von Villerupt erst letztes Jahr. Somit war aber das zweite Thema für 2015 geboren, Filme aus dieser Region zu zeigen. Neben einigen Wiederholungen wie „Maria Zef“ (1981) von Vittorio Cottafavi oder „La Sconosciuta“ (2006) von Giuseppe Tornatore, stehen hauptsächlich neue Produktionen auf dem Programm wie „Zoran, il mio nipote scemo“ von Matteo Oleotto und „Il ragazzo invisibile“ (2014) von Gabriele Salvatores.

Elio-Petri-Retrospektive und das Festival-Archiv online

Dem italienischen Regisseur Elio Petri (1929 - 1982) wird eine Retrospektive gewidmet, zu welcher der eminente Filmexperte Jean A. Gil eine „Carte blanche“ erhielt und die Filme auswählen durfte. So sind unter anderem „Enquête sur un citoyen au-dessus de tout soupçon“ (1970) und „La classe ouvrière va au paradis“ (1971) zu sehen.

Endlich ist auch das Archiv des Festivals online, und das nach einer jahrelangen Arbeit. Alle Filme seit der ersten Ausgabe 1976 sind mit ihren technischen Details, der Besetzung und einer kurzen Inhaltsangabe aufgelistet.

Die Filme der offiziellen Wettbewerbe oder der Sektion Panorama sind noch nicht bekannt. Fast sicher ist, dass Nanni Morettis „Mia Madre“, Paolo Sorrentinos „Youth“ und Matteo Garrones „Il Racconto dei Racconti“ zu sehen sein werden, die drei italienischen Filme, die in Cannes im Wettbewerb waren.

Die Spielstätten sind unverändert in Villerupt, Audun-le-Tiche, Esch/Alzette und Düdelingen. Im großen Saal der Gemeinde in Villerupt wird die Bestuhlung erneuert. Und wie die Tradition es will, wurde zuletzt das Plakat enthüllt, die elfte Kreation des Zeichners Baru, „I due fratelli“, die zwei Brüder, einer in einer französischen, der andere in einer italienischen Uniform.


www.festival-villerupt.com