LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Selfie-Stick-Dschungel vor dem Brandenburger Tor, Gedrängel am Eiffelturm, Hetze durch London... „Forget it“, legte die „Washington Post“ dieser Tage Erstbesuchern Europas ans Herz: „thankfully, there‘s a stunning city at the heart of Europe that gets consistently overlooked“. Es ist, Sie haben‘s erraten, unser Hauptstädtchen: „Luxembourg‘s cityscape is unique, and it offers fine food and architecture as well“, schreibt der Reisereporter, der im Kuriosum einziges Großherzogtum des Universums zwischen „weird“ (schräg) und „wonderful“ (großartig) hin und her gerissen war. Tja, hier wohnen bekanntlich die herzlichsten Europäer der Galaxis, die auch noch eine Menge Sprachen durcheinander zu quatschen vermögen. Schon deshalb haben wir Zwergenstaatler ja einen Ruf als „ehrliche Makler“ zwischen den Nationen. Klappen tut‘s allerdings nicht immer so schnell. Siehe das Fingerhakeln um das neue EU-Budget. Dabei war der luxemburgische Regierungschef mit der gewöhnlichen Portion an Optimismus angereist. Als Reaktion auf einen „Running Gag“ zu durchverhandelten Nächten meinte er laut Agentur AFP sogar am Donnerstag „er habe zwei Hemden dabei - aber nur für den Fall, dass er sich beim Abendessen einen Fleck auf eines mache“. Mittlerweile gab‘s schon ein paar Dinner im großen Spiel um die Billion, das nun bald in die zweite Staffel geht. Schon mal Hemden bügeln...