DÜDELINGEN
SIMONE MOLITOR

Die beiden Kuratoren Paul Lesch und Yves Steichen über das Projekt „Thierry! D’Expo“

Argumente, die für die Organisation einer Ausstellung über einen der wichtigsten und bekanntesten luxemburgischen Schauspieler sprechen, gibt es reichlich. Ausgangspunkt des Abenteuers sei aber tatsächlich ein Gespräch mit Danielle Meneghetti, Ehefrau von Thierry van Werveke, gewesen, präzisiert Kurator und CNA-Direktor Paul Lesch. „Vor rund zwei Jahren hat sie mich kontaktiert, um zu fragen, ob im CNA Interesse an Thierry van Wervekes Nachlass bestehen würde. Natürlich! Als Filmhistoriker weiß ich, dass nicht nur das Filmmaterial an sich von Wichtigkeit ist, sondern alle geschriebenen und sonstigen Dokumente, die zeigen, was vor, während und nach dem Film war“, erklärt er. Während des ersten Treffens sei sofort die Idee einer Ausstellung entstanden. „Noch mehr von diesem Projekt überzeugt war ich, weil ich wusste, dass Yves Steichen damals bereits an einem Buch über Thierry schrieb, und wie der Zufall es wollte, dachte der Verlag Editions Saint-Paul relativ zeitgleich darüber nach, eine Biografie-Serie über bekannte Luxemburger zu veröffentlichen“, fügt er hinzu. Der Zeitpunkt, die Idee einer Ausstellung zu konkretisieren, hätte also nicht besser sein können.

„InThierryview“ und Nachlass als Basis

„Yves und ich haben uns dann gemeinsam überlegt, wie eine solche Expo aussehen könnte. Mit ,InThierryview‘ gibt es bereits einen sehr guten Dokumentarfilm, den wir praktisch auswendig kannten. Durch die ganze Materialsammlung, die wir nun zur Verfügung hatten, war eine Art Fortsetzung dieses Dokumentarfilms möglich“, erläutert Lesch. Ziel sei demnach eine umfangreiche Expo mit den wichtigsten Lebensetappen des vielseitigen Künstlers gewesen. „Ich hatte immer die Befürchtung, dass die Leute ein zu begrenztes Bild von Thierry haben und ihn auf Johnny Chicago beschränken. Diese Rolle machte ihn ja auch tatsächlich zu einer Ikone, dennoch ist er weit mehr als nur Johnny Chicago, das wurde uns während der Arbeit an diesem Projekt umso bewusster“, sagte Lesch.

Erste Biografie über den Künstler

Erstmals wird auch ein komplettes Buch dem Leben von Thierry van Werveke gewidmet. „Die Ausstellung ist wie ein Filmset mit einzelnen Studios aufgebaut, die es dem Besucher erlauben, in das Universum von Thierry van Werveke einzutauchen“, erklärt Yves Steichen, der Autor der Biografie über den Künstler, die pünktlich zur Vernissage am Sonntag erscheinen wird. Was den Ausstellungsaufbau anbelangt, so sei zum großen Teil die Struktur des Buchs übernommen worden, angefangen demnach bei der Jugend des Künstlers, über seinen Absturz und späteren Aufstieg zum Filmstar, der Karriere als Musiker und Theaterdarsteller bis hin zu seinem Tod.