FRANKFURT/LUXEMBURG
MARCO MENG

Internationalisierung der chinesischen Währung schreitet voran

Die Erwartungen beim Start des ersten Handelszentrums für die chinesische Währung außerhalb Asiens seien vor zwei Jahren in Frankfurt groß gewesen, schreibt die Nachrichtenagentur DPA. Die Zwischenbilanz falle jedoch gemischt aus. Die Zahl der Geschäfte, die die teilnehmenden Banken für ihre Kunden in Yuan (Renminbi) in Frankfurt abwickelten, stieg von Januar bis Oktober 2016 gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent, das Volumen um 20 Prozent, wie Till Engelhard, Teamleiter Interbank-Beziehungen bei der Frankfurter Niederlassung der Bank of China, der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Wir sind damit sehr zufrieden. Die Banken nutzen uns immer stärker“. Frankfurt liegt auf Platz 11 der Plätze weltweit, in der chinesische Währung in Fremdwährungen oder umgekehrt umgetauscht wird. Damit hat sich Frankfurt um einen Platz gegenüber dem Vorjahr verschlechtert.

Bedeutung des RMB wächst

Das Gesamtvolumen aller in Frankfurt abgewickelten Zahlungen lag im ersten Halbjahr allerdings nur noch bei 532 Milliarden Yuan (71,8 Milliarden Euro), nach 1,7 Billionen Yuan (230 Milliarden Euro) im gesamten Vorjahr. Die Konjunkturschwäche Chinas in der ersten Jahreshälfte schlägt sich eben auch bei den Finanztransaktionen nieder. In der Gesamtsumme sind neben den Abwicklungen über die Banken auch Direktgeschäfte mit Unternehmen enthalten. Wie der Finanzdienstleister SWIFT mitteilt, ist die Zahl der Länder, die mehr als zehn Prozent ihrer direkten Zahlungen in RMB abwickeln, zwischen Oktober 1015 und September 2016 um sieben gestiegen. In Luxemburg werden mehr als 14 Prozent der internationalen Geschäfte in RMB abgewickelt. Weil die chinesische Währung nicht frei konvertierbar ist, werden dazu von der chinesischen Notenbank Geldinstitute dazu nominiert. In Frankfurt wickelt die Bank of China das Yuan-Clearing ab, in Luxemburg macht dies seit Ende 2014 die ICBC. Auch andere Akteure wie Clearstream oder die BNP Paribas Securities Services nutzen das hierzulande. Seitdem können Firmen ihre Geschäfte mit Handelspartnern in Fernost über diese Clearing-Stellen in chinesischer Währung abwickeln. Das soll die Geschäfte einfacher und schneller machen.

Zwischen September 2013 und 2014 hatten Zahlungen in chinesischer Währung in Luxemburg um 517 Prozent zugenommen. Den Platz 1 in Europa hat unangefochten London inne. Nach Daten des Finanzdienstleisters hat im April das Vereinigte Königreich Singapur als größtes Clearingdomizil nach Hong Kong abgelöst. Der Handel zwischen China/Hong Kong und Großbritannien wird inzwischen zum größten Teil in RMB abgewickelt, gefolgt von Hong Kong Dollar (24 Prozent) und britischem Pfund (zwölf Prozent).

Im September war der RMB nach US-Dollar, Euro, dem britischen Pfund und dem japanischen Yen auf Platz fünf der meistgenutzten Währungen im internationalen Handel. Gegenüber dem US-Dollar, mit dem 41 Prozent aller globalen Transaktionen abgewickelt werden, ist der RMB aber noch klein: Mit ihm werden zwei Prozent aller Transaktionen bezahlt (der Euro wird immerhin in 31 Prozent der Fälle genutzt).