LUXEMBURGLIZ MIKOS

Fünf junge engagierte Inder leben für einige Tage in luxemburgischen Gastfamilien

In Zusammenarbeit mit der Assoziation „Aide à l’Enfance de l’Inde“ findet zurzeit ein sozio-kultureller Austausch im „Lycée Aline Mayrisch“ statt. Im „Journal“-Interview erklärt die Gymnasiallehrerin und Projektleiterin Sandy Neu dieses Projekt.

Können Sie dieses Projekt kurz beschreiben?

Sandy Neu Dieses Projekt wird von sämtlichen Klassen unserer Schule unterstützt. Im Dezember veranstalten wir jedes Jahr unsere „Journée de la solidarité“. Das muss man sich so vorstellen wie einen kleinen Weihnachtsbasar; jede Klasse hat ihren Verkaufsstand. Der Erlös des Tages wird dann an eine Organisation gespendet.

Alle drei Jahre suchen wir uns eine andere Organisation aus, die wir unterstützen. Von Anfang an war uns bewusst, dass der Austausch zwischen den jungen Menschen aus verschiedenen Kulturen sehr wichtig ist. Dieses Jahr sind fünf junge InderInnen bei uns zu Besuch, die während zehn Tagen in den Familien unserer teilnehmenden Schüler leben. Sie bleiben jetzt noch bis zum 19. Mai in Luxemburg.

Wer kann an diesem Austausch teilnehmen?

Neu Eigentlich kann jeder Schüler des „Cycle supérieur“ am Austausch teilnehmen. Es handelt sich hier um eine außerschulische Aktivität, die allen Schülern vorgestellt und gründlich erklärt wird. Interessierte Schüler können sich dann melden und aktiv an unserem Projekt teilnehmen.

Welche Erfahrungen sammeln diese jungen Leute während des Austauschs?

Neu Sowohl unsere Schüler, als auch unsere indischen Gäste sammeln sehr spannende Erfahrungen. Sie kommen aus ganz verschiedenen sozialen, kulturellen und finanziellen Verhältnissen. Eigentlich treffen hier zwei verschiedene Welten aufeinander. Die jungen Inder wurden mit Hilfe von der Vereinigung „Aide à l’enfance de l’Inde“ ganz bewusst für den Austausch ausgesucht. Alle fünf sind in Indien sehr engagiert; sie setzen sich zum Beispiel für Frauen- und Kinderrechte ein. Während ihres Aufenthalts besichtigen sie unsere sozialen Institutionen, wie zum Beispiel die „Stëmm vun der Strooss asbl“, „Natur&Emwelt asbl“, „Servior CIPA“ und viele mehr. Für sie ist es beispielsweise eine ganz neue Erfahrung, dass ältere Menschen in einem Altenheim untergebracht werden, und nicht bei der Familie. Außerdem nehmen sie an einigen unserer Kurse Teil und lernen somit auch den luxemburgischen Schul-Alltag etwas kennen. Hier haben wir uns natürlich für Kurse entschieden, bei denen es keine Sprachbarriere gibt.

Kamen diese jungen Leute mit gewissen Erwartungen nach Luxemburg?

Neu Ja, sie wurden im Vorfeld auf diese Erfahrung vorbereitet. Man muss bedenken, dass diese Jugendlichen aus armen Verhältnissen kommen. Vieles, das für uns selbstverständlich ist, kennen sie so gar nicht. Deshalb wurden sie auch, bevor sie hergekommen sind, gecoacht. Ihnen wurden beispielsweise große Shopping-Malls gezeigt, sie haben in Jugendherbergen übernachtet, um zu wissen wie es ist sein eigenes Bett zu haben. Wir wollten einen zu großen Kulturschock unbedingt vermeiden. Sie werden auch während ihres Aufenthalts von zwei Erwachsenen begleitet, die sich, wenn nötig, um Übersetzungen kümmern. An jedem Tag setzen sie sich zwei Stunden mit ihren Begleitpersonen zusammen, um die neuen Erfahrungen zu verarbeiten. Somit haben sie die Möglichkeit sich in ihrer Muttersprache auszutauschen, was beim Verarbeiten von so vielen neuen Eindrücken wirklich wichtig ist.