CLAUDE KARGER

Der Graben wird tiefer. Gemeint ist jener zwischen der Sozialistischen Arbeiterpartei und den Gewerkschaften. Sagt die „rote Vera“ aus Esch im „tageblatt“-„kulturissimo“ und verteilt schon wieder Saures an die Genossen. Deren Führung erwarte „dass sich die Gewerkschaften schön brav an den Tripartite-Tisch setzen und den Sozialstaat Stück für Stück abbauen. Die Gewerkschaften sollen ein harmloser „Supporterklub“ ihrer Politik werden“. Doch es kommt noch dicker: „Wenn LSAP-Verantwortliche ihre sozial unausgewogene Politik dann noch als couragiert bezeichnen, ist dies einfach nur pervers. Dabei plappern diese nur nach, was verschiedene Medien tagtäglich an Banalitäten im Dienste der Wirtschaft verbreiten“. Also besser in die Opposition mit der LSAP, damit die sich „wieder zu der politischen Kraft entwickeln“ kann, „die den Sozialstaat ohne Wenn und Aber verteidigt“? Da ist Frau Spautz dann plötzlich vorsichtiger und spricht durch die Blume: Wenn der rote Faden soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Fortschritt nicht wieder aufgenommen wird, „kann eine gute Oppositionsarbeit eine salariatsfeindliche Regierung auch in ihre Grenzen verweisen“. Asselborn, Bodry, Lux und Co. wissen also nun, wo der Hammer hängt.