LUXEMBURG
NICO PLEIMLING MIT EGMJ

Jugendhäuser sprechen eine breitgefächerte Zielgruppe an

Die Jugendarbeit in Luxemburg entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit der beginnenden Industrialisierung sowie dem damit verbundenen Anstieg der Bildungsbeteiligung junger Menschen trat auch die soziale Kategorie „Jugend“ in Erscheinung, eine Ausgangsbedingung für das, was heute Jugendarbeit genannt wird.

Altersspezifische Bedürfnisse ernstnehmen

In den Anfängen der Offenen Jugendarbeit gehörten vor allem ältere Jugendliche und junge Erwachsene zur Zielgruppe. Erst in den vergangenen Jahren haben Kinder und jüngere Jugendliche an Bedeutung gewonnen. Das Angebot der Offenen Jugendarbeit richtet sich heute an eine breit gefächerte Altersgruppe von Jugendlichen. Zu den Zielgruppen der Offenen Jugendarbeit gehören daher zwölfjährige Grundschüler gleichermaßen wie Jugendliche über 18 Jahren, die das Abitur machen, bereits ein Studium absolvieren oder schon in der Arbeitswelt aktiv sind. Für die Offene Jugendarbeit bedeutet dies, Jugendliche unterschiedlichen Alters anzusprechen, sie in ihren unterschiedlichen Lebenswelten zu verstehen und ihre altersspezifischen Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Vor allem jüngere Jugendliche Besucher

Die Angebote der Jugendhäuser in Luxemburg richten sich dem Gesetz zufolge an Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 26 Jahren. Dabei werden die Jugendhäuser in Luxemburg vor allem von jüngeren Jugendlichen besucht. Die nicht volljährigen Jugendlichen verbringen vor allem wegen ihrer geringeren Mobilität einen Großteil ihrer Freizeit in der Nähe ihres Wohnortes. Vor allem für diese Jugendlichen bieten die Jugendhäuser mit ihrer sozialräumlichen Ausrichtung ein attraktives Angebot. Bei den älteren Jugendlichen stehen die Jugendhäuser hingegen in einer starken Konkurrenz zu anderen, teils kommerziellen Freizeitangeboten, die sich häufig außerhalb des Wohnortes befinden.

Kompetente Ansprechpartner für alle Belange

Heutzutage ist ein Jugendhaus - 64 gibt es inzwischen - ein Treffpunkt und ein Ort für pädagogisch sinnvolle Freizeitbeschäftigungen. Die Jugendlichen werden in allen Jugendhäusern durch qualifiziertes Personal betreut. Dabei werden den Besuchern jugendgerechte Räume und Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Gute Abläufe und eine angenehme Atmosphäre werden durch eine interne Regelung garantiert. Rauchen sowie der Konsum von Alkohol sind in den Jugendhäusern nicht gestattet. Hauptpriorität ist die Beziehung zwischen dem erzieherischen Personal und den Jugendlichen. Ziel der alltäglichen Arbeit sowie den Aktivitäten und Projekten ist dabei ein vertrauensvoller Kontakt. Die Jugendlichen sowie ihre Eltern finden in den Jugendhäusern kompetente Ansprechpartner für alle Belange. Die Erzieher haben einen pädagogischen Auftrag und können in vielen Situationen unterstützen oder eine Weitervermittlung zu Fachdiensten organisieren. Die Arbeit in den Jugendhäusern wird vom Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend sowie den zuständigen Gemeinden überwacht.