LUXEMBURG
MARCO MENG

Auch dayli-Luxemburg von Insolvenz betroffen - Verhandlungen mit Interessenten laufen

Was sich ankündigte, könnte sich bald bewahrheiten: Sofern in den nächsten Wochen kein Investor für das insolvente dayli-Unternehmen (ehemals Schlecker-Österreich) gefunden wird, werden bald auch die 28 ehemaligen Schlecker-Geschäfte in Luxemburg endgültig ihre Türen schließen, die rund 120 Mitarbeiter werden arbeitslos.

Der Insolvenzverwalter Rudolf Mitterlehner teilte uns gestern mit, dass die Mitteilung, die Filialen würden Ende des Monats ihre Türen schließen, etwas missverständlich sei. Knapp ein Jahr nach der Übernahme der ehemaligen Schlecker-Geschäfte hatte gestern das zuständige Landgericht in Linz die Schließung der Filialen in Luxemburg und Belgien verfügt, um so das Gesamtunternehmen erneut international zum Verkauf ausschreiben zu können. Findet sich allerdings bald kein Käufer, wird das Unternehmen zerschlagen.

Der Gewerkschaftsbund LCGB hat gestern darüber die dayli-Mitarbeiter informiert. Wie der Gewerkschaftsbund vor wenigen Wochen erklärte, seien die Mitarbeiter „sehr nervös“, und man bereite sich „auf das Schlimmste vor“. Angesichts dieser Pleitewelle - Schlecker-dayli, der Konkurs der Praktiker-Gruppe und die Schließung von 20 Geschäften in der Innenstadt von Luxemburg - hat der LCGB Mittelstandsministerin Françoise Hetto-Gaasch und den Handelsverband CLC um einen Meinungsaustausch gebeten: Wie sieht es um die Beschäftigtenverhältnisse im Handel im Allgemeinen aus und wie bei Problemen bei ausländischen Muttergesellschaften.

Verkauf als Ganzes angestrebt

Dayli-Insolvenzverwalter Mitterlehner betont unterdessen, es liefen sehr wohl Verhandlungen mit Interessenten, respektive solche Verhandlungen seien gerade erst aufgenommen worden. Mitterlehner betont, bis zum Abschluss der Verhandlungen würden darum die Geschäfte auch offen blieben. Über Namen und Anzahl der Interessenten wollte er sich nicht äußern; das würde zu gegebener Zeit publiziert. Kommt es zu keiner Übernahme, könnten die Geschäfte in Luxemburg oder einige davon an Interessenten verkauft werden. Luxemburgs dayli-Geschäftsführer Dirk Kucht war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen gewesen.

Vor zwei Monaten hat dayli in Österreich Insolvenz angemeldet, nachdem die Firma Anton Schlecker mit allen Filialbetrieben in Österreich, Polen, Italien, Luxemburg und Belgien exakt ein Jahr zuvor vom österreichischen Private-Equity-Fonds „TAP 09“ übernommen und in „dayli“ umfirmiert worden war. Das Vorhaben, moderne Tante-Emma-Läden zu schaffen, war von Anfang an auf Skepsis gestoßen. Österreichischen Medien zufolge soll TAP-Eigner Rudolf Haberleitner noch Teile des Kaufpreises, rund 4,6 Millionen Euro, schulden.

Die ehemaligen Schlecker-Geschäfte in Luxemburg sollen zur Zeit der Schlecker-Insolvenz keine roten Zahlen geschrieben haben.