LUXEMBURG
JEFF KARIER

Die Oktave-Zeit wurde am Samstag feierlich begonnen

Mit der Eröffnungsandacht in der Kathedrale der Hauptstadt hat die diesjährige Oktave-Zeit begonnen. Zu dieser waren erneut zahlreiche Gläubige gekommen. In den folgenden Tagen bis zum 26. Mai werden es noch viele weitere sein, die an der Wallfahrt teilnehmen werden. Dieses Jahr steht die Oktave unter dem Motto „Bleif bei eis! – Reste avec nous!“. Laut Abbé Guy Diederich, der 2019 der Oktavprediger ist, bezieht sich dieses Motto auf die Veränderungen innerhalb der Kirche, wobei aber die Hauptsache, „eise Glawen un den Herrgott“ nicht verloren gehen dürfe.

Neben dem rein religiösen Teil der Oktave gehört auch der „Oktavmäertchen“ fest zur Tradition. Ursprünglich gedacht, um die Pilger nach ihren Fußmärschen zu stärken, ist dieser heute eher ein gesellschaftliches Ereignis, ähnlich wie der Weihnachtsmarkt. Der „Mäertchen“ befindet sich unweit der Kathedrale am „Knuedler“ und auf der „Place de la Constitution“ („Gëlle Fra“) und ist täglich von 8.00 bis 22.30 geöffnet.

Hinzu kommt das Bücherzelt der „ErwuesseBildung“ im Innenhof der Kathedrale. Seit rund 20 Jahren findet man hier ausgewählte Bücher und Filme in Deutsch und Französisch.

Die Muttergottesoktave ist eine der ältesten Traditionen des Großherzogtums und geht auf den Jesuitenpater Jacques Brocquart zurück. Dieser hatte dort, wo sich heute der Glacis befindet, ein Grundstück gekauft. Hier errichtete er 1625 eine kleine Kapelle für die von ihm und den Studenten des Jesuitenkollegs aus Lindenholz geschnitzte Figur Marias. Die Verehrung erlebte während des Zweiten Weltkriegs ihren Höhepunkt, und viele suchten bei der „Trösterin der Betrübten“ Trost und Kraft.