LUXEMBURGLJ

Unter dem Titel „Hier, Aujourd’hui, Demain“ zeigt das Mudam Werke aus seiner Sammlung

Mudam-Direktorin Suzanne Cotter hat es sich zur Aufgabe gemacht, der eigenen Sammlung zunehmend Bedeutung beizumessen. „Ohne unsere Kollektion wären wir nicht das, was wir sind. Es ist uns deshalb wichtig, dieser noch mehr Sichtbarkeit zu verleihen und sie einem größeren Publikum im In- und Ausland bekannt und zugänglich zu machen. Wir sind dabei, eine Strategie zu entwickeln, damit sie nicht nur hierzulande sondern in ganz Europa zu einer Referenzsammlung wird“, hatte sie bereits Ende 2018 bei einer Pressekonferenz wissen lassen. Seither waren bereits mehrere Ausstellungen der Kollektion gewidmet.

Nun werden sogar auf drei Etagen Werke aus der Sammlung des „Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean“ präsentiert. Gezeigt werden großformatige Videoinstallationen sowie eine Auswahl von Gemälden und Skulpturen, die den besonderen architektonischen Rahmen des Museums unterstreichen. Die in einer Zeit dramatischen Wandels und weitgreifender Unsicherheit konzipierte Ausstellung übernimmt für ihren Titel denjenigen eines Gemäldes aus der Sammlung: „Yesterday, Today, Tomorrow“, von Peter Halley (*1953, New York), das sich in der Ostgalerie der ersten Etage findet. Halleys Bild aus dem Jahr 1987 wurde 1998 erworben, acht Jahre vor der Eröffnung des Museums.

Spielraum für Neuinterpretation

Im Hin und Her zwischen Vergangenheit und Gegenwart zeigt die Ausstellung „Hier, Aujourd’hui, Demain“, wie Kunstwerke und Sammlungen in historischen Narrativen verankert sind und dabei gleichzeitig offen bleiben können für eine sie stets verjüngende Neuinterpretation und Neubewertung, die aus der jeweiligen Aktualität ihrer Ausstellung heraus entstehen.

Im Erdgeschoss des Museums sind Arbeiten von Bert Theis (1952, Luxemburg - 2016, Heffingen), David Zink Yi (*1973, Lima), Su-Mei Tse (*1973, Luxemburg) und Bruno Peinado (*1970, Montpellier) zu sehen, verteilt über den Grand Hall, den Skulpturengarten und den Pavillon. Die „Drifters“ (2005-2006) von Bert Theis waren eigens für die Eröffnung des Museums realisiert worden und werden hier erstmalig im Grand Hall ausgestellt. All diese Werke stehen neben der Großinstallation „Flugplatz Welt / World Airport“ (1999) von Thomas Hirschhorn (*1957, Bern). Sie war für die 48. Biennale von Venedig angefertigt worden und wurde vom Mudam im Jahr darauf erworben.

Die Säle im Untergeschoss präsentieren zwei große Videoinstallationen aus der Sammlung. „Video Quartet“, von Christian Marclay (*1955, San Rafael) wurde im Jahr 2002 vom Mudam koproduziert. Diese Arbeit steht neben Island (2008) von Fiona Tan (*1966, Pukanbaru), die im Jahr 2016, aus Anlass der Einzelausstellung der Künstlerin, angekauft wurde.

Abstrakte Auswahl

Die Säle des Obergeschosses zeigen eine Auswahl abstrakter Kunstwerke aus der Kollektion. Großformatige Gemälde von Imi Knoebel (*1940, Dessau), Günther Förg (1952-2013), Albert Oehlen (*1954, Krefeld) und Julian Schnabel (*1951, New York) sowie eine Skulptur von Richard Deacon (*1949, Bangor) gehörten bereits zu den ersten für die Mudam-Sammlung erworbenen Arbeiten. Ihnen zur Seite stehen Ankäufe der folgenden zwei Jahrzehnte, zu denen Arbeiten von Cabrita (*1956, Lissabon), Edith Dekyndt (*1960, Ypern), Michel Majerus (1967-2002), Fiona Rae (*1963, Hong Kong) und Thomas Scheibitz (*1968, Radeberg) gehören. Die Skulpturen von Adriano Amaral (*1982, Ribeirão Preto) sowie die Gemälde von Ana Manso (*1984, Lissabon) und Bernard Piffaretti (*1955, Saint-Etienne), sowie die Arbeit von Liam Gillick (*1964, Aylesbury) werden im Museum zum ersten Mal ausgestellt.


Ausstellung bis zum 6. September: www.mudam.lu